SAEK Talk zu Crowdsourcing

Kürzlich habe ich bei den SAEK in Leipzig an einem Studiogesprächzum Thema Crowdsourcing/Crowdfunding teilgenommen. SAEK, das sind die Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle, diese sind eine Art medienpädagogisches Aus- und Fortbildungsprojekt . Jeder Bürger kann dort eigene Beiträge in  Hörfunk, Fernsehen oder Multimedia unter fachlicher Anleitung produzieren. Moderatorin des Gesprächs war Stephanie Gibtner und  Gesprächsgast war außerdem Janine Scharf von der VisionBakery, einer Crowdfunding-Plattform aus Leipzig.

Hier geht’s zum Podcast: SAEK Talk Crowdfunding Dez. 2011

Wissenschaft trifft Praxis – Besuch bei der Sächsischen Zeitung

Besuch in Dresden im Pressehaus bei der Sächsischen Zeitung: Das erste Semester des Master-Studiengangs Journalistik der Universität Leipzig hat jetzt einen exklusiven Einblick in die Redaktion und das Entwicklungslabor der Sächsischen Zeitung bekommen können. Unter dem Titel “Wissenschaft trifft Praxis” diskutierten rund 55 Studierende mit der Verlagsleitung und der Chefredaktion über die Herausforderungen des Blattmachens und der Verzahnung mit dem Online-Angebot. Anschließend stand die Besichtigung des Newsrooms sowie eine Fotoausstellung auf dem Programm.  Am Rande der Veranstaltung haben wir eine Forschungszusammenarbeit mit dem Verlag verabredet. Forschungsthemen gibt es genug, die Arbeit wird uns somit nicht ausgehen. Im kommenden Sommer werden wir uns mit einer Einladung nach Leipzig für die Gastfreundschaft revanchieren.

“Journalist” berichtet

Über die Leipziger Journalistik hat jetzt auch der “Journalist” in seiner neuen Ausgabe (2/2011) berichtet. Titel “Knochen auf dem Tisch”. Kernsatz: “Die PR bedroht den Journalismus jetzt schon in der Medienausbildung”.
Unterdessen hat der amtierende Rektor der Universität Prof. Schlegel die umstrittenen Pläne für einen Institutsumbau zur erneuten Diskussion an das Institut zurückverwiesen.
Stellungnamen in der Presse von mir zu den Umbauplänen gab es bislang nicht, insbesondere weil bei mir noch ein wissenschaftliches Qualifikationsverfahren lief.

Wirbel um Leipziger Journalistik

In den vergangenen Wochen gab es mächtigen Wirbel und bundesweite Berichte über die Pläne am Leipziger Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, die Journalistik zurückzustutzen. Diese Pläne wurden nun erst einmal vertagt. Ich habe mal eine kleine Dokumentation der letzten Berichte zusammengestellt. Ich hielte es übrigens für einen Fehler, sich aus der universitären Journalistenausbildung zu verabschieden. Denn dann dürfte man auch kein Studium mehr für Ärzte oder Rechtsanwälte anbieten.

Entscheidung über Journalistenausbildung vertagt =
Leipzig (dpa/sn) – Im Streit um den Umbau der renommierten Journalistikausbildung an der Universität Leipzig soll die für
Dienstag geplante Entscheidung des Fakultätsrates vertagt werden. Zuvor müsse mit allen Beteiligten sachlich diskutiert werden (…)

taz: PR fressen Journalismus auf
LVZ: http://nachrichten.lvz-online.de/leipzig/bildung/83-autoren-protestieren-mit-offenem-brief-gegen-umbau-der-leipziger-journalisten-ausbildung/r-bildung-a-71231.html
DIE ZEIT: http://www.zeit.de/2011/04/S-Rotes-Kloster
BILD: http://www.bild.de/BILD/regional/leipzig/dpa/2011/01/16/rotstift-fuer-journalistenausbildung-in-leipzig.html
DJV: http://www.djv.de/SingleNews.20+M52714db61c6.0.html
DJV Sachsen: http://djvs.wordpress.com/2011/01/14/journalistik-umbau-in-leipzig/
ver.di: http://www.sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=4446&showNews=917481
und bei CARTA: http://carta.info/37464/pr-kaderschmiede-leipzig/

Verabschiedung von Michael Haller

Vergangene Woche wurde mit einem Symposium Michael Haller verabschiedet, der die Journalistik Leipzig mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut und geprägt hat. Ich durfte die Veranstaltung mit dem sinnigen Titel “Wie kann gesellschaftliche Kommunikation gelingen?” eröffnen (Fotos: Andreas Lamm). Die Veranstaltung war geprägt durch das Zusammenspiel von Gastreferenten sowohl aus der journalistischen Praxis (Zeit, SWR) als auch aus befreundeten akademischen Instituten (Jena, Dortmund).

Tendentiell miese Kritik

für den Band “Pressefreiheit ohne Grenzen” in der aktuellen Publizistik von Andrea Czepek, hier. Ein ziemlich ungnädiger Verriss. Wenig Positives konnte Frau Czepek finden:

“Einzig der Beitrag von Greenpeace-Rechercheleiter Manfred Redelfs, der Erfahrungen mit Informationsfreiheitsgesetzen international vergleicht und dafür statistische Erhebungen zur Inanspruchnahme und Umsetzung der Auskunftspflicht in verschiedenen Ländern ausgewertet hat, sticht als aktuell, relevant und fundiert heraus.” Und weiter: “Sicherlich richtig ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass auch in Deutschland und in der „westlichen Welt“ Einschränkungen der Pressefreiheit bestehen. Doch nur wenige Beiträge verfolgen einen wissenschaftlichen Ansatz, viele erzählen anekdotisch aus ihrem reichen Erfahrungsschatz oder stellen kategorisch Forderungen auf, lassen aber verallgemeinerbare Analysen und eine systematische Herangehensweise vermissen. Insgesamt fehlt dem Tagungsband ein roter Faden.”

Es stimmt, dass der “rote Faden” oder anders ausgedrückt: der Analyserahmen hätte besser sein können. Allerdings war es gerade unsere Absicht, kein Band aus ausschließlich wiss. Perspektive zu machen, sondern auch Praktiker sprechen zu lassen.

Medienpreisverleihung Leipzig – Kritik an Westergaard-Karikaturen

In einer teilweise bewegenden Zeremonie mit kontroversen Zwischentönen sind in Leipzig drei Journalisten mit dem “Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien” ausgezeichnet worden: Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard, der bulgarische Reporter Assen Yordanov und der afghanische Journalist Sayed Yaqub Ibrahimi. westergaard1.jpg (Bild: OB Jung gratuliert Westergaard). Ungewöhnlich fand ich, dass auf offener Bühne Kritik an den Mohammed-Zeichnungen des Preisträgers Westergaard geübt wurde, und zwar von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und auch von Mit-Preisträger Ibrahimi. Dieser sagte, die Karikaturen vermittelten ein falsches Bild der Demokratie, er stimme mit Westergaard nicht überein, trotzdem seien die Presse- und Meinungsfreiheit zu verteidigen und somit auch Westergaard. Das war ein differenziertes Urteil. Das Presseecho zur Verleihung ist entsprechend groß. Bewegend: die Rede von Yordanov, der auf mich einen sehr gefassten und bescheidenen Eindruck machte. Überaus hörenswert war m.E. aber auch die Rede von Bundesinnenminister de Maizière: nüchtern, unaufgeregt, klar.