GOR 11 in Düsseldorf geschafft

Auch die DGOF Vorstandswahlen sind gelaufen: werde noch ein Jahr im Vorstand beratend mitarbeiten, aber in 2012 (nach 7 Jahren) an die Kollegen übergeben. Zukunft von DGOF und GOR müssen weiter diskutiert werden.
Gestern habe ich die GOR 11 eröffnet. Prof. Piper, HHU-Rektor bei der Eröffnung: Düsseldorf als Japanisches Zentrum in Dtl. denkt an die Menschen in Japan.
Keynote von Joe Walther, Michigan State: Guter Vortrag: Social Media in Israel: Wie sich verfeindete religiöse und politische Gruppen gegenseitig einschätzen, wenn sie über Online-Tools zusammenarbeiten.
Andreas Woppmann und Karl Ledermüller von MAM sind mit dem „Best Practice Award“ geehrt worden. Sie erhielten die Auszeichnung für ihre Präsentation „Quick and clever – creating an automated facebook monitoring tool for MAM“. Die Preisverleihung fand im Rahmen der gestrigen GOR-Party statt.
Nachher wird noch unser Poster-Preis verliehen.
Heute morgen spannender Vortrag von den neonauten.de über co-creation.

„Journalist“ berichtet

Über die Leipziger Journalistik hat jetzt auch der „Journalist“ in seiner neuen Ausgabe (2/2011) berichtet. Titel „Knochen auf dem Tisch“. Kernsatz: „Die PR bedroht den Journalismus jetzt schon in der Medienausbildung“.
Unterdessen hat der amtierende Rektor der Universität Prof. Schlegel die umstrittenen Pläne für einen Institutsumbau zur erneuten Diskussion an das Institut zurückverwiesen.
Stellungnamen in der Presse von mir zu den Umbauplänen gab es bislang nicht, insbesondere weil bei mir noch ein wissenschaftliches Qualifikationsverfahren lief.

Wirbel um Leipziger Journalistik

In den vergangenen Wochen gab es mächtigen Wirbel und bundesweite Berichte über die Pläne am Leipziger Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, die Journalistik zurückzustutzen. Diese Pläne wurden nun erst einmal vertagt. Ich habe mal eine kleine Dokumentation der letzten Berichte zusammengestellt. Ich hielte es übrigens für einen Fehler, sich aus der universitären Journalistenausbildung zu verabschieden. Denn dann dürfte man auch kein Studium mehr für Ärzte oder Rechtsanwälte anbieten.

Entscheidung über Journalistenausbildung vertagt =
Leipzig (dpa/sn) – Im Streit um den Umbau der renommierten Journalistikausbildung an der Universität Leipzig soll die für
Dienstag geplante Entscheidung des Fakultätsrates vertagt werden. Zuvor müsse mit allen Beteiligten sachlich diskutiert werden (…)

taz: PR fressen Journalismus auf
LVZ: http://nachrichten.lvz-online.de/leipzig/bildung/83-autoren-protestieren-mit-offenem-brief-gegen-umbau-der-leipziger-journalisten-ausbildung/r-bildung-a-71231.html
DIE ZEIT: http://www.zeit.de/2011/04/S-Rotes-Kloster
BILD: http://www.bild.de/BILD/regional/leipzig/dpa/2011/01/16/rotstift-fuer-journalistenausbildung-in-leipzig.html
DJV: http://www.djv.de/SingleNews.20+M52714db61c6.0.html
DJV Sachsen: http://djvs.wordpress.com/2011/01/14/journalistik-umbau-in-leipzig/
ver.di: http://www.sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=4446&showNews=917481
und bei CARTA: http://carta.info/37464/pr-kaderschmiede-leipzig/

Verabschiedung von Michael Haller

Vergangene Woche wurde mit einem Symposium Michael Haller verabschiedet, der die Journalistik Leipzig mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut und geprägt hat. Ich durfte die Veranstaltung mit dem sinnigen Titel „Wie kann gesellschaftliche Kommunikation gelingen?“ eröffnen (Fotos: Andreas Lamm). Die Veranstaltung war geprägt durch das Zusammenspiel von Gastreferenten sowohl aus der journalistischen Praxis (Zeit, SWR) als auch aus befreundeten akademischen Instituten (Jena, Dortmund).

Rezension für FQS

fqs.gifZu Anfang Januar erscheint eine etwas ausführlichere Rezension von mir auf FQS zu Schuegraf, Martina: Medienkonvergenz und Subjektbildung. Der Text ist hier abzurufen. Interessiert hatte mich an diesem Buch u.a. die eingesetzte Methode der „Surfgramme“.

Tendentiell miese Kritik

für den Band „Pressefreiheit ohne Grenzen“ in der aktuellen Publizistik von Andrea Czepek, hier. Ein ziemlich ungnädiger Verriss. Wenig Positives konnte Frau Czepek finden:

„Einzig der Beitrag von Greenpeace-Rechercheleiter Manfred Redelfs, der Erfahrungen mit Informationsfreiheitsgesetzen international vergleicht und dafür statistische Erhebungen zur Inanspruchnahme und Umsetzung der Auskunftspflicht in verschiedenen Ländern ausgewertet hat, sticht als aktuell, relevant und fundiert heraus.“ Und weiter: „Sicherlich richtig ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass auch in Deutschland und in der „westlichen Welt“ Einschränkungen der Pressefreiheit bestehen. Doch nur wenige Beiträge verfolgen einen wissenschaftlichen Ansatz, viele erzählen anekdotisch aus ihrem reichen Erfahrungsschatz oder stellen kategorisch Forderungen auf, lassen aber verallgemeinerbare Analysen und eine systematische Herangehensweise vermissen. Insgesamt fehlt dem Tagungsband ein roter Faden.“

Es stimmt, dass der „rote Faden“ oder anders ausgedrückt: der Analyserahmen hätte besser sein können. Allerdings war es gerade unsere Absicht, kein Band aus ausschließlich wiss. Perspektive zu machen, sondern auch Praktiker sprechen zu lassen.

Journalistische Weblogs wollen enger zusammenarbeiten – 15. MainzerMedienDisput

Politische Weblogs basteln gemeinsam mit bekannten journalistischen Blogs in Deutschland an einem Netzwerk der Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung. Das sickerte gestern beim 15. MainzerMedienDisput durch – auf dem Panel „David ärgert Goliath – die digitale Steinschleuder“, das mit Bloggrößen wie Stefan Aigner (regensburg-digital.de) und Hardy Prothmann (Heddesheimblog.de) besetzt war. Spätestens nächstes Jahr werde man hierzu mehr erfahren. Sowieso war das ein munteres Panel – Prothmann ging auf auf Spiegel Online los, dass es eine Freude war. Die – gar nicht faul – schlugen zurück. Damit wurde die Moderation doch deutlich in den Schatten gestellt.
Ich hatte das Vergnügen, für diese 15. Medienkonferenz den Schlusskommentar zu sprechen. Meine On-the-fly-Präsentation ist hier abzurufen.

Berlin, Bundespressekonferenz: Vorstellung der Initiative Markt- und Sozialforschung

„Markt- und Sozialforschung sind wichtig für die Demokratie und für eine offene Gesellschaft“, so Hartmut Scheffler, ADM Vorstandsvorsitzender, heute in Berlin. Die neue Aufklärungskampagne wird auch von der DGOF mitgetragen, zusammen mit den Partnern ADM und BVM. Eigentlicher Träger der Kampagne ist ein neu gegründeter Verein, die „Initiative Markt- und Sozialforschung“ mit Sitz in Berlin. Dieser Verein vertritt die Belange der wissenschaftlichen Markt- und Sozialforschung gegenüber der Öffentlichkeit.
initiative-markt-und-sozialforschung.jpg Was ist überhaupt Markt- und Sozialforschung, und: Was ist der Unterschied zum Direktmarketing? Diese Fragen können die meisten Bürger wohl nicht beantworten. Geschweige denn: Was haben Markt- und Sozialforschung mit Demokratie zu tun? Die Anzeigenmotive der neuen, langfristig angelegten Kampagne beantworten diese Fragen, bzw. regen zur weiteren Beschäftigung mit der Materie an. [Bild: H. Scheffler (ADM) und W. Dittrich (BVM); Foto: M. Welker]
„Berlin, Bundespressekonferenz: Vorstellung der Initiative Markt- und Sozialforschung“ weiterlesen

Medienpreisverleihung Leipzig – Kritik an Westergaard-Karikaturen

In einer teilweise bewegenden Zeremonie mit kontroversen Zwischentönen sind in Leipzig drei Journalisten mit dem „Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien“ ausgezeichnet worden: Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard, der bulgarische Reporter Assen Yordanov und der afghanische Journalist Sayed Yaqub Ibrahimi. westergaard1.jpg (Bild: OB Jung gratuliert Westergaard). Ungewöhnlich fand ich, dass auf offener Bühne Kritik an den Mohammed-Zeichnungen des Preisträgers Westergaard geübt wurde, und zwar von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und auch von Mit-Preisträger Ibrahimi. Dieser sagte, die Karikaturen vermittelten ein falsches Bild der Demokratie, er stimme mit Westergaard nicht überein, trotzdem seien die Presse- und Meinungsfreiheit zu verteidigen und somit auch Westergaard. Das war ein differenziertes Urteil. Das Presseecho zur Verleihung ist entsprechend groß. Bewegend: die Rede von Yordanov, der auf mich einen sehr gefassten und bescheidenen Eindruck machte. Überaus hörenswert war m.E. aber auch die Rede von Bundesinnenminister de Maizière: nüchtern, unaufgeregt, klar.