16. Mainzer Mediendisput

Das Nachdenken über journalistische Relevanz stand im Mittelpunkt des 16. Mainzer Mediendisputs – ich war eingeladen worden, das Tagesfazit zu ziehen. Ein Highlight war für mich der Eröffnungsvortrag von Prof. Imhof (Universität Zürich) zur Tyrannei der Intimität und dem Verlust von Rationalität in Zeiten des Internets.  Unterirdisch dagegen: die Einlassungen von Meyer alias Alphonso. Krawall ohne Inhalte kommt gar nicht gut, finde ich. Hier meine Folien: PDF ca. 800 kB, Mainzer-Mediendisput-2011-Welker-1

Journalistische Weblogs wollen enger zusammenarbeiten – 15. MainzerMedienDisput

Politische Weblogs basteln gemeinsam mit bekannten journalistischen Blogs in Deutschland an einem Netzwerk der Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung. Das sickerte gestern beim 15. MainzerMedienDisput durch – auf dem Panel “David ärgert Goliath – die digitale Steinschleuder”, das mit Bloggrößen wie Stefan Aigner (regensburg-digital.de) und Hardy Prothmann (Heddesheimblog.de) besetzt war. Spätestens nächstes Jahr werde man hierzu mehr erfahren. Sowieso war das ein munteres Panel – Prothmann ging auf auf Spiegel Online los, dass es eine Freude war. Die – gar nicht faul – schlugen zurück. Damit wurde die Moderation doch deutlich in den Schatten gestellt.
Ich hatte das Vergnügen, für diese 15. Medienkonferenz den Schlusskommentar zu sprechen. Meine On-the-fly-Präsentation ist hier abzurufen.

DGPuK Methodentagung Uni Mainz

…zum Thema Online-Forschung. Bin heute spontan hingefahren, weil ich noch ein wenig Zeit hatte und das Programm vielversprechend war. Und in der Tat: viele tolle Beiträge. Die Keynote von Thomas Petersen (Allensbach und Mitverfasser von “Alle, nicht jeder”) war allerdings sehr pointiert. Er zeichnete ein düsteres Bild, was die Online-Forschung in der Sozialforschung angeht. Wir sähen eine Epochenwende: dgpuk-meth2.JPG Nicht mehr das methodisch saubere Arbeiten, sondern wirtschaftliche Interessen würden die Forschung bestimmen. Mangelnde Stichprobenqualität gingen einher mit fehlender Repräsentativität. Petersen geißelte v.a. Online-Panels. Er konstatierte eine “Verdrängung der Repräsentativumfrage”. “Der Sozialforschung wird der Boden entzogen”. Immerhin: Online-Befragungen böten mehr Spielraum für Fragebogengestaltung, die allerdings nicht genützt würde. Ich habe in der Diskussion eingewendet, dass die Methodenentwicklung auch bei Online-Panels sicher nicht am Ende angelangt ist, außerdem erodierten die anderen Modi in der Stichprobenqualität teilweise ebenfalls wie bei CATI.

Weiteres kontroverses Thema in Mainz: Normierung der Forschung. Petersen und einige Tagungsteilnehmer sprachen sich gegen normierte Skalen aus, andere wiederum können es “gar nicht erwarten, bis das Skalenhandbuch von Patrick Rössler erscheint”. Spannend der Vortrag von Michael Scharkow zum Crowdsourcing für Codierleistungen bei Inhaltsanalysen. Codierer und Codierung werden über das Netz gemanaged. Das Bild zeigt Frau Prof. Theobald (FH Pforzheim) bei der Präsentation ihres Webmonitors (zusammen mit Ifak) im Track “Online-Inhalte”.

FoJ in Cardiff

Bei der Future-of-Journalism Konferenz saß ich vor allem in den Panels Sources und Ethics. Dort zahlreiche spannende Vorträge, die meisten mit empirischem Material. Mein eigener Vortrag (Download hier) wurde freundlich und interessiert aufgenommen. Bute Cardiff

Besonders gut hat mir das Paper von Sallyanne Duncan aus Schottland gefallen: Digital doorstepping and the death knock: ethical issues surrounding the use of social networking sites in reporting personal tragedy. Death knock: das heißt hierzulande Witwenschütteln. Untersucht wurde, ob Social Networks dazu beitragen, das klassische, offline praktizierte Witwenschütteln zu vermindern. Ergebnis: Nein, Angebote wie Facebook werden eher ergänzend genutzt, um Bekannte und Verwandte der Opfer abzugreifen. Das müsste man mal in Deutschland replizieren. Auch der Vortrag von Klaus Meier: Transparency in journalism: credibility and trustworthiness in the digital future hat mir gut gefallen, am Rande der Konferenz hatten wir zudem ein freundliches und anregendes Gespräch über das Sampling von Studien. Wunderbar auch das Wetter in Cardiff (Teilnehmer vor dem Bute Buildung, siehe Bild). Die Uni Cardiff ist auf einem schönen Campus untergebracht.

FAS: Das Netz, das sind die anderen

Heute in der FAS reflektiert Harald Staun das Zeigen von Youtube,Twitter und anderen Online-Botschaften im TV im Zusammenhang mit den Protesten im Iran. Bspw. waren in der ARD-Tagesschau in den verg. Tagen neben einem telefonierenden Korrespondenten, der kaum Informationen hatte, immer Einblendungen von Online-Quellen zu sehen. Der FAS-Autor meint nun, dass die Medien stark “distanziert einer modernen Kommunikationstechnik gegenüberstehen”, weil sie lediglich diese authentischen Online-Botschaften zeigen, selbst aber keine anfertigen. Das ist allerdings auch gar nicht ihre Arbeitsweise und Aufgabe.
Weiterlesen

Einladung des Statistischen Bundesamtes

Die 8. wissenschaftliche Tagung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) destatisam 25. und 26. Juni 2009 in Wiesbaden in Zusammenarbeit mit dem ADM und der ASI befasst sich mit nicht-reaktiven Erhebungsverfahren. Auf Einladung spreche ich am zweiten Tag der Veranstaltung zum Thema Log-file Analysen. Die Tagung findet alle 2 Jahre statt und wird am Donnerstag, 25.6., vom Präsidenten des Bundesamtes eröffnet. Neben TNS und GfK ist auch mein lieber Kollege Ulf aus Zürich mit von der Partie. Moderator ist Prof. Faulbaum von der Universität Duisburg-Essen.