FAS: Das Netz, das sind die anderen

Heute in der FAS reflektiert Harald Staun das Zeigen von Youtube,Twitter und anderen Online-Botschaften im TV im Zusammenhang mit den Protesten im Iran. Bspw. waren in der ARD-Tagesschau in den verg. Tagen neben einem telefonierenden Korrespondenten, der kaum Informationen hatte, immer Einblendungen von Online-Quellen zu sehen. Der FAS-Autor meint nun, dass die Medien stark „distanziert einer modernen Kommunikationstechnik gegenüberstehen“, weil sie lediglich diese authentischen Online-Botschaften zeigen, selbst aber keine anfertigen. Das ist allerdings auch gar nicht ihre Arbeitsweise und Aufgabe.

Genau über dieses Phänomen werde ich auf einer Tagung in Wales im Sept. sprechen . Ich hatte es systematisch per Inhaltsanalyse untersucht: Das, was im TV gezeigt wird, sind nämlich die Ergebnisse von Online-Recherche-Vorgängen. Die Online-Quellen werden dann meist dokumentiert, indem man sie im Bericht zeigt, teilweise direkt, im Browser, also vom Monitor abgefilmt. Hier berühren sich altes und neues Leitmedium, könnte man salopp sagen. Überall dort, wo Öffentlichkeit stark eingeschränkt wird, ist nun Online-Recherche das erste Mittel der Wahl. Nach meinen Befunden, hat diese Art von Recherche seit 2004 insgesamt (Zeitung und TV) deutlich zugenommen. Allerdings war das Ergebnis bezogen auf die Tagesschau nicht so eindeutig.

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