Für den 18. Sept. bin ich als Vertreter der DGOF zur der Fachtagung „Online-Kompetenz für Migrantinnen und Migranten in Deutschland“ eingeladen, die mit dem Auftrag des Familienministeriums in Berlin veranstaltet wird. Ich werde sprechen zur Schwierigkeit, Migrantinnen und Migranten in Online-Befragungen adäquat zu berücksichtigen. Freue mich auf die Diskussion mit den Kollegen, die Studien wie den (N)Onliner Atlas in diesem Zusammenhang vorstellen werden.
Journalismus online – Partizipation oder Profession?
ist jetzt im VS-Verlag erschienen. Der Band, der auf einer gemeinsamen Tagung der DGPuK-Fachgruppen „CvK“ und „Journalismusforschung“ in München 2007 basiert,
fragt u.a., ob Bürger den professionellen Online-Journalismus überflüssig machen oder ob Online-Journalismus vielmehr eine neue Blüte erlebt. Es werden Akteure, Strukturen, Prozesse und Leistungen neuer Formen der aktuellen Internetöffentlichkeit diskutiert.
Mein Beitrag darin dreht sich um den Unterschied zwischen Journalisten, die Weblogs für ihre Arbeit einsetzen und solchen, die es (noch) nicht tun. Im Vergleich der beiden Gruppen zeigten sich zwar demographische Unterschiede, aber keine beunruhigenden Abweichungen was die Haltung zu wichtigen journalistischen Standards anbelangt. Ich konnte in einer emp. Auswertung zu mittelfristigen Erwartungen von Journalisten keine Belege finden, die darauf hindeuten, dass bloggende Journalisten eine laxere Haltung zu zentralen journalistischen Standards (wie Wichtigkeit der Recherche) einnehmen.
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008. 287 Seiten. Mit 13 Abb. u. 30 Tab. Broschur. EUR 34,90
ISBN 978-3-531-15589-0
Rosenstiel über professionellen Journalismus und Blogs in der SZ
Heute in der SZ Online: Spannnendes Interview mit Tom Rosenstiel zu den momentanen Schwierigkeiten der Zeitung, professionellem Journalismus und Blogging. Viele Vorschläge für die Lösung der Zeitungskrise habe ich schon vor 10 Jahre gelesen. Aber der Grundaussage, dass prof. Journalismus nötig ist und wichtig bleibt, dass aber Blogging als komplementäre Quelle nicht schadet, sondern ggf. nützt, dem würde ich voll zustimmen. Was neg. wäre: wenn Journ. durch Blogging vollständig ersetzt werden würde, so Rosenstiel.
GOR 09 in Vienna, Austria – Call published
The call for papers was started yesterday. GOR 09, the eleventh General Online Research Conference, will take place from April 6th – 8th, 2009, at the University of Vienna, Austria. Focus of the GOR is the discussion of basic research, innovative developments, and practical experiences in the field of online research. Online research covers a) all methods, instruments and theories that are dealing with the collection of data via online networks and b) effects of online applications and technologies on all levels of society. That involves mobile communication as well.
You can get the complete Call here.
Podium Unikirche/Aula Nachtrag
Auf dem Bild sind die Diskutanten Rektor Prof. Häuser, Universitätsprediger Prof. Petzold und stehend am Pult Prof. Koch zu sehen; meine Wenigkeit als Moderator in der Mitte; ferner vorne auf der Bühne sitzend Pfarrer Führer und von hinten im Publikum die beiden Studierenden, die die Veranstalung organisiert haben: Frau Binder und Hr. Marx. Das Publikumsinteresse war enorm, der große Saal im Zgf war mehr als voll. Die Diskussion verlief m.E. gut und keinefalls aggressiv; ein schöner Erfolg.
Diskussionsveranstaltung zum Neubau Uni-Kirche/Aula
… im Zeitgeschichtlichen Forum am kommenden Mittwoch, 09.07.2008, 19 Uhr, mit Franz Häuser (Rektor der Universität Leipzig), Hans-Albrecht Koch (Leiter der Forschungsstelle für Text-, Überlieferungs- und Bildungsgeschichte an der Universität Bremen) und Martin Petzoldt (Universitätsprediger an der Universität Leipzig). Ich werde auf Bitten der organisierenden Studierendenschaft moderieren (was sicher auch eine handwerkliche Herausforderung ist, bei der Schwere des Themas).
Lokal- und Regionalzeitungen: Internetkonzepte
…und Spiegel Online faßt die Bemühungen heute in einem lesenswerten Artikel zusammen. Spiegel sieht drei Gruppen unter den Verlegern: Die Vorreiter, die Skeptischen und die Totalverweigerer. Dabei hängt das Verhalten offenbar auch von der Möglichkeit ab, Monopole aufrechtzuerhalten, eine paradoxe Erkenntnis gerade im Internet-Zeitalter. Generell sind aber drei Konzepte wichtig:
„Erstens: Einbindung der Leser, Bürgerjournalismus, Interaktion an vorderster Front, bitte, lautet die Parole. Zweitens: Die lokale Bindung zählt, Anbieter wie www.myheimat.de springen auf den Zug auf. Drittens: Dank Youtube und Myspace entpuppen sich Web-Videos als das Must-Have-Ding für Verlage – 71 Prozent aller Zeitungen haben mittlerweile bewegte Bilder auf ihren Seiten.“
Was der Spiegel deskriptiv formuliert, untersuchen mehrere Dipl.arbeiten an denen ich als Gutachter beteiligt bin, im Detail. So bspw. welche Parallelen es zwischen Nachrichten- und Blogangebot auf je gleichen Verlagsplattformen gibt.
Ruf nach München
Ab 1.10. werde ich auf einer Professur für Journalistik an der Münchener Macromedia Fachhochschule der Medien arbeiten und damit von einem Freistaat in den anderen wechseln. Macromedia ist einer der größten privaten Bildungsanbieter in Deutschland. Der 7-semestrige B.A.-Studiengang „Journalistik“ (6 Sem. plus 1 Praxissemester) wird derzeit an drei Standorten angeboten: München, Köln und Hamburg. Die drei Vertiefungsrichtungen sind Kultur-, Wirtschafts- und Sportjournalismus. Die Berufung auf die Professur (bzw. die Lehrerlaubnis) erteilt das bayerische Wissenschaftsministeruim. Freue mich bereits auf die Kultur der „Landeshauptstadt“, die Mietpreise allerdings treiben mir die Tränen in die Augen: der Wechsel von Leipzig nach München lässt sich vielleicht nur noch mit einem Wechsel von Deutschland nach London vergleichen.
Universitätskirche
Zum 40. Jahrestag der Sprengung der alten Universitätskirche St. Pauli hat es am Abend ein Gedenkkonzert in der Thomaskirche gegeben. Das Gotteshaus, in dem Bach einst musizierte, war bis auf den letzten Platz besetzt, viele Besucher hatten nur einen Stehplatz. Der Leipziger Universitätschor und das Mendelssohnorchester führten neben einer Bachmotette ein neues Werk namens „Epitaph“ auf, sowie die 10. Sym. von Schostakowitsch (für alle Werke, insb. für Schost. große Begeisterung bei den Zuhörern). Als ich in der Kirchenbank Platz genommen hatte, erzählte mir eine ältere Frau ruhig und freundlich, sie könne sich noch genau erinnern, wo sie am Morgen des 30. Mai 1968 gewesen, was sie in dieser Stunde getan habe, nahezu jeder Leipziger, der die Sprengung miterlebte, wisse das.
Auch Wolfgang Tiefensee sagte, er saß als Schüler in seiner Klasse, als er den Schlag hörte. Die Explosion war wohl in der gesamten Stadt zu hören. Später, nach der Sprengung und einem plattenmäßigen Neubau Anf. der 70er, hat man ein Marx Relief an der Stelle aufgebaut. Ich habe das Monstrum noch an der Originalstelle gesehen, es spiegelte für mich die ästhetische Seite eines menschenverachtenden Staats-Brutalismus wieder. Jetzt, nach Abriß des Plattenbaus und Demontage des Reliefs, entsteht der Neubau des niederländ. Architekten Erick van Egeraat inkl. „Paula“, dem Kompromiß aus Andachtsraum und Aula. „Universitätskirche“ weiterlesen
Was ist ein Skandal?
Darüber diskutierten heute abend im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig und als Liveübertragung im Deutschlandfunk Michael Haller, Professor für
Journalistik, Leipzig; Michael Seufert, Publizist und Autor, Hamburg; Heide Simonis, Ministerpräsidentin a.D.; Günter Wallraff, Schriftsteller und Publizist, Köln; die Diskussionsleitung hatte Rainer Burchardt.
Das Thema „Der politische Skandal und die Rolle der Medien“ war breit angelegt, „Skandal“ schnell definiert. Komplizierter war die anschließenden Diskussion um Begleitumstände und die teilweise dubiose Rolle des Staates. So waren folgende Linien in den Wortbeiträgen auszumachen: Wirkliche Skandale brauchen gute journalistische Recherche und damit professionellen Journalismus, trotz (oder gerade wegen) Whistleblowing, darauf machte Michael Haller aufmerksam. Die Tatsache, dass der BND neuerdings in so manchem Skandal eine Schlüsselrolle einnimmt, ist der Demokratie sicher nicht zuträglich und ist kritisch zu hinterfragen, meinten übereinstimmend Simonis und Wallraff. Und: Zu Unrecht Skandalisierte sollen sich auch wehren.
