Lokal- und Regionalzeitungen: Internetkonzepte

…und Spiegel Online faßt die Bemühungen heute in einem lesenswerten Artikel zusammen. Spiegel sieht drei Gruppen unter den Verlegern: Die Vorreiter, die Skeptischen und die Totalverweigerer. Dabei hängt das Verhalten offenbar auch von der Möglichkeit ab, Monopole aufrechtzuerhalten, eine paradoxe Erkenntnis gerade im Internet-Zeitalter. Generell sind aber drei Konzepte wichtig:

„Erstens: Einbindung der Leser, Bürgerjournalismus, Interaktion an vorderster Front, bitte, lautet die Parole. Zweitens: Die lokale Bindung zählt, Anbieter wie www.myheimat.de springen auf den Zug auf. Drittens: Dank Youtube und Myspace entpuppen sich Web-Videos als das Must-Have-Ding für Verlage – 71 Prozent aller Zeitungen haben mittlerweile bewegte Bilder auf ihren Seiten.“

Was der Spiegel deskriptiv formuliert, untersuchen mehrere Dipl.arbeiten an denen ich als Gutachter beteiligt bin, im Detail. So bspw. welche Parallelen es zwischen Nachrichten- und Blogangebot auf je gleichen Verlagsplattformen gibt.

Ruf nach München

Ab 1.10. werde ich auf einer Professur für Journalistik an der Münchener Macromedia Fachhochschule der Medien arbeiten und damit von einem Freistaat in den anderen wechseln.macromedia Macromedia ist einer der größten privaten Bildungsanbieter in Deutschland. Der 7-semestrige B.A.-Studiengang „Journalistik“ (6 Sem. plus 1 Praxissemester) wird derzeit an drei Standorten angeboten: München, Köln und Hamburg. Die drei Vertiefungsrichtungen sind Kultur-, Wirtschafts- und Sportjournalismus. Die Berufung auf die Professur (bzw. die Lehrerlaubnis) erteilt das bayerische Wissenschaftsministeruim. Freue mich bereits auf die Kultur der „Landeshauptstadt“, die Mietpreise allerdings treiben mir die Tränen in die Augen: der Wechsel von Leipzig nach München lässt sich vielleicht nur noch mit einem Wechsel von Deutschland nach London vergleichen.

Universitätskirche

Zum 40. Jahrestag der Sprengung der alten Universitätskirche St. Pauli hat es am Abend ein Gedenkkonzert in der Thomaskirche gegeben. Das Gotteshaus, in dem Bach einst musizierte, war bis auf den letzten Platz besetzt, viele Besucher hatten nur einen Stehplatz. Der Leipziger Universitätschor und das Mendelssohnorchester führten neben einer Bachmotette ein neues Werk namens „Epitaph“ auf, sowie die 10. Sym. von Schostakowitsch (für alle Werke, insb. für Schost. große Begeisterung bei den Zuhörern). Als ich in der Kirchenbank Platz genommen hatte, erzählte mir eine ältere Frau ruhig und freundlich, sie könne sich noch genau erinnern, wo sie am Morgen des 30. Mai 1968 gewesen, was sie in dieser Stunde getan habe, nahezu jeder Leipziger, der die Sprengung miterlebte, wisse das.
Tiefensee Thomaskirche
Auch Wolfgang Tiefensee sagte, er saß als Schüler in seiner Klasse, als er den Schlag hörte. Die Explosion war wohl in der gesamten Stadt zu hören. Später, nach der Sprengung und einem plattenmäßigen Neubau Anf. der 70er, hat man ein Marx Relief an der Stelle aufgebaut. Ich habe das Monstrum noch an der Originalstelle gesehen, es spiegelte für mich die ästhetische Seite eines menschenverachtenden Staats-Brutalismus wieder. Jetzt, nach Abriß des Plattenbaus und Demontage des Reliefs, entsteht der Neubau des niederländ. Architekten Erick van Egeraat inkl. „Paula“, dem Kompromiß aus Andachtsraum und Aula. „Universitätskirche“ weiterlesen

Was ist ein Skandal?

Darüber diskutierten heute abend im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig und als Liveübertragung im Deutschlandfunk Michael Haller, Professor für
Journalistik, Leipzig; Michael Seufert, Publizist und Autor, Hamburg; Heide Simonis, Ministerpräsidentin a.D.; Günter Wallraff, Schriftsteller und Publizist, Köln; die Diskussionsleitung hatte Rainer Burchardt.DLF Leipzig Skandal
Das Thema „Der politische Skandal und die Rolle der Medien“ war breit angelegt, „Skandal“ schnell definiert. Komplizierter war die anschließenden Diskussion um Begleitumstände und die teilweise dubiose Rolle des Staates. So waren folgende Linien in den Wortbeiträgen auszumachen: Wirkliche Skandale brauchen gute journalistische Recherche und damit professionellen Journalismus, trotz (oder gerade wegen) Whistleblowing, darauf machte Michael Haller aufmerksam. Die Tatsache, dass der BND neuerdings in so manchem Skandal eine Schlüsselrolle einnimmt, ist der Demokratie sicher nicht zuträglich und ist kritisch zu hinterfragen, meinten übereinstimmend Simonis und Wallraff. Und: Zu Unrecht Skandalisierte sollen sich auch wehren.

AG Social Media …

heute als Verein in München gegründet. 21 Gründungsmitglieder (Blogger, Werbevermarkter, Verlage und Forscher haben das Kind aus der Taufe gehoben. Ich war auch dabei. Zweck des Vereins: Erforschung des Social Web. Mehr ist hier.

Ruby on Rails, Mobilblogging, gestreamte Wurstsuppe, „Viralmarketing“

So lässt sich meine erste Barcamp Konferenz zusammenfassen. Heute morgen haben sich auf dem Mediencampus der Sparkassenstiftung rund 100 Teilnehmer versammelt, um sich spontan selbst zu organisieren: ein ansehnliches Konferenzprogramm ist zustande gekommen. Das ist das Interessante an dieser Konferenzform: Es entsteht mit der Vorstellung der Teilnehmer (die teilw. von Berlin bis Nürnberg angereist kamen) und dem spontanen Referatsangebot ein gehaltvolles Programm. Barcamp Leipzig ProgrammJeder kann sein Expertentum für den anderen bereitstellen – kostenlos. Kompliment an die Organisatoren, v.a. an Thomas Gigold. Leider kann ich nicht so lange bleiben, muss wieder an den heimischen Schreibtisch, trotz schönem Wetter.BarCamp
Nachtrag: Meine Begeisterung für das Tagungsformat hat mit dem Besuch der Session „Das INternet ist ein dunkler Wald“ zum „Viralmarketing“ deutlich abgenommen. Freundliche Einschätzung: Unintellektuell. Wahrscheinlich bin ich zu GOR verwöhnt.

Weltweite Web 2.0 Studie

von McCann, die recht schön gestaltet ist und hier runtergeladen werden kann (gesehen über http://off-the-record.de/2008/04/29/studie-social-media-wird-alltag/), die aber nicht die Bevölkerung, sondern eher die heavy user abbildet. mccann-weblogs.JPG Was ich aber sofort glaube:

Social media is a global phenomenon happening in all markets regardless of wider economic, social and cultural development. If you are online you are using social media; Asian markets are leading in terms of participation, creating more content than any other region

TRIPLE-I

even though by Monday this week we have received quite a lot paper submissions to this year’s TRIPLE-I, still, many authors have asked for an extension of the deadline. We therefore will keep our submission system open for all the TRIPLE-I events and will extend the submission deadline until April 28, 2008.

Please find the „Knowledge Sharing Using Social Media“ Call for Papers including the note of deadline extension and new dates on http://triple-i.tugraz.at/i_know/special_tracks/kss.

Dr. Gisela Granitzer
Know-Center
Inffeldgasse 21a, 8010 Graz, Austria
http://www.know-center.at
===============================================
Interested in our conference on Knowledge Management?
Take a look at http://www.i-know.at/
===============================================