Dreckschweine, Kunstfiguren und Anwälte

oder: wie funktioniert die blogbar. Nochmal ein Nachklapp, obwohl es mir zum Hals raushängtdiese „Debatte“ so fruchtbar ist wie eine Salzwüste.

Seit einigen Tagen rast eine Schlammlawine durch die Blogosphäre. Losgetreten hat sie DA, der in unserem Seminar Gast war. Die Wirkung ist die, die Schlammlawinen halt so haben: sie begraben alles, was im Weg ist, reißen Unschuldiges mit und blubbern dann solange aus, bis auch noch der letzte Dorfdepp schlammige Füße bekommen hat. Stoppen kann sie keiner.
„Dreckschweine, Kunstfiguren und Anwälte“ weiterlesen

Neuer CIP-Pool der KMW kommt

Der Computerpool der Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig wird zum kommenden Wintersemester komplett erneuert. Wir werden – wenn alles gut geht – bis Oktober nagelneue hybride Mac-Windows-Maschinen haben – was auch Zeit wird, wenn man den alten Pool sieht. Jörg Land und ich hatten den Investionsantrag im Auftrag des Instituts gestellt (mehrere Aktenordner) – jetzt wurde die Summe von 170.000 Euro vom sächsischen Wissenschaftsministerium genehmigt.
Intel Mac
Heute haben wir mit dem Beschaffungsamt der Uni gesprochen – der Einrichtung bis zum WS steht eigentlich nichts mehr im Wege.

Das Experiment geht weiter …

und der „Patient“ muss reanimiert in die nächste Runde. Nein, die Rede ist nicht vom „Krankenhaus am Rande der Stadt“ oder von der Sachsenklinik, sondern von unserem kleinen Seminar am Rande der Blogosphäre, das einen ersten (und ultimativen?) Stresstest hinter sich gebracht hat.

Am kommenden Montag wird also Thomas Gigold von Medienrauschen zu Gast sein.

Der Ton in Medienwatchblogs

Werden etablierte Medien in Medienwatchblogs in rüder Sprache angegriffen bzw. diskreditiert? Das war eine Forschungsfrage von Katja Schönherrs Dipl.-Arbeit zu Medienwatchblogs. Im Prinzip nein, lautet die Antwort. Die Inhaltsanalyse der sechs untersuchten Medienwatchblogs (Bildblog, Dailyerror, Spiegelkritik, Zeit/Meckern, Österreich-Blog, Krone-Blog) ergab, dass rund drei Viertel aller Einträge als „sachlich“ einzustufen sind. Ich zitiere:

Reichlich drei Viertel der 359 kritisierenden Einträge sind insofern als sachlich einzustufen, als dass sich in ihnen keine Beleidungungen finden ließen.

Und ergänzend dazu: Medienwatchblogs bemühen sich, konstruktive Kritik zu üben. Mit Hilfe eines Konstruktivitätsindexes wurde gemessen, ob Verbesserungshinweise für das kritisierte Phänomen gemacht wurden. Bildblog schloss dabei am besten ab. Sie hatten in immerhin fast 25% der Fälle ausformulierte Vervesserungsvorschläge gemacht.

Gedanken zur Nacht

Ökonomie der Beschimpfung

Ist der Preis der Unabhängigkeit die verbale Mobilmachung? Blogger können, wenn Sie nicht an ein Medium gebunden sind, formal und organisatorisch ja ziemlich unabhängig arbeiten, aber um nicht aufmerksamkeitsmäßig unterzugehen, müssen sie vielleicht sprachlich in die Vollen gehen: ist das die Logik der Blogosphäre? Jeder muss so viele Tabus wie möglich verletzen, quasi zuschlagen was das Zeug hält, eine Ökonomie der verbalen Brutalomanie.

Hmmm – vielleicht doch zu negativ 🙂

Don „hau-drauf“ Alphonso war da

Es war schon starker Tobak, den Don Alphonso den live bloggenden Teilnehmern unseres Seminars Web 2.0 am Montag in die Tastaturen diktierte; ziemlich pauschal und ziemlich krawallig, aber – so meine Einschätzung – durchaus kalkuliert. Bereit für eine zünftige verbale Wirtshausrandale, schien dennoch eine polierte Professionalität auf, die Hinweise lieferte, wie der Erfolg des Bloggers Don Alphonso zu Stande kommt: Immer schön locker, aber in der Hinterhand ein paar gute Anwälte, die bei Bedarf die Drecksarbeit machen können.
/Bild von Don Alphonso wurde wieder entfernt/
Die Seminarteilnehmer jedenfalls waren teilweise extrem angenervt
„Don „hau-drauf“ Alphonso war da“ weiterlesen

Little Brother und Big Brother

Themenabend bei ARTE: Über die informatorische Überwachung und die zunehmende Gefährdung der Demokratie durch paranoide Staatsbeamte und Manager.

3 Filmstücke, wobei das erste ein wenig konfus war, weil alles abgefrühstückt wurde, vom RFID Chip bis hin zu elektronischen Fingerabdrücken; meist unterlegt von zappeligen Trailern US-amerikanischer Kinofilme („Hilfe, meine Identität wurde geklaut“). Das dritte Stück über London: die Innenstadt ist flächendeckend kameraüberwacht; jetzt gibt es einen Pilotversuch, der das aus-dem-Fenster-schauen der 50er Jahre neu erfindet: Kameras in der Nachbarschaft übertragen Live-Bilder in einen Nachbarschafts-Verbrechens-Kanal; den kann jeder im Free-TV anschauen; der Zuschauer, der in der Glotze sieht, wie gerade die Nachbarin vergewaltigt wird, ruft eine Notfallnummer an.

Ein paar Banalitäten, mit dennoch weitreichenden Auswirkungen:
– es werden immer mehr Vorgänge als Daten erfasst und gespeichert
– jeder der irgendwas mit Computern macht, hinterläßt Spuren
– die Verarbeitungskapazität nimmt exp. zu
– die Verknüpfungsmöglichkeit von div. Techniken und Datenbeständen nimmt zu

Dagegen war doch die Volkszählung Anfang der 80er die reinste Datenschutzparty.

Sicherheit ist Freiheit: das ist Neusprech.

Don Alphonso kommt!

In unserem Seminar Journalismus im Web 2.0, das Florian Steglich zusammen mit mir im laufenden Sommersemester organisiert, wird am kommenden Montag der A-Blogger und Blogosphärenstar Don Alphonso zu Gast sein. Für die knapp 20 Seminarteilnehmer eine klasse Sache. Das ist so, wie wenn in der Jazzklasse der Musikhochschule Pat Metheny ein Seminar halten würde (oder so ähnlich).

Don Alphonso ist der führende Informant der Kultwebsite Dotcomtod.com und Autor von »Liquide«, dem erfolgreichen Schlüsselroman über die New Economy, der bereits in zweiter Auflage erschien. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich ein preisgekrönter Journalist aus München, der den Niedergang des sogenannten »Qualitätsjournalismus« der letzten Jahre miterlebt hat.

schreibt http://schwarzkopf-schwarzkopf.de
Und auf amazon.de heißt in einer Bespechung eben dieses Buches „Liquide“:
„Don Alphonso kommt!“ weiterlesen

Neue Schriften zur Online-Forschung: Reihe wächst und gedeiht

Die neue Buchreihe der D.G.O.F. wächst und gedeiht: Die Planungen sind nun bei Band 5 angelangt. Das Internet als Forschungsinstrument: das ist der inhaltliche Kern der neuen Reihe. Hier eine kleine Übersicht über die geplanten Veröffentlichungen:

Band 1: Welker, M./O. Wenzel (Hrsg): Online-Forschung 2007: Grundlagen und Fallstudien; ca. 320 Seiten, vorr. Herbst 2007 {Band wird derzeit vom Verlag bearbeitet.}

Band 2 & 3: Zerfaß, A./M. Welker/J. Schmidt (Hrsg.): Kommunikation, Partizipation und Wirkungen im Social Web – Weblogs, Wikis, Podcasts und Communities aus interdisziplinärer Sicht; ca. 650 Seiten, Frühjahr 2008 –> Band 2: [Untertitel] Grundlagen und Methoden: Von der Gesellschaft zum Individuum –> Band 3: [Untertitel] Anwendungsfelder: Wirtschaft, Politik, Publizistik

Band 4: Neubarth, W.: Präferenzdaten online (Arbeitstitel); ca. 300 Seiten, Winter 2007 {Dissertation von Wolfgang Neubarth, der bei ZUMA arbeitet. Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit unipark (globalpark), der Band soll zeitl. vorgezogen werden und erscheint somit *vor* Band 2 und 3}

Band 5: Döring, N./A. Ließ/E. Maxl (Hrsg.): Mobile Market Research (Arbeitstitel); Sommer 2008 {Hrsg.: Prof. Dr. Nicola Doering, Fachgebiet Medienkonzeption, Medienpsychologie. Direktorin des Instituts fuer Medien- und Kommunikationswissenschaft Technische Universität Ilmenau; Emanuel Maxl vom evolaris research lab in Wien und Astrid Ließ, Leiterin Market Intelligence mobilkom austria. Das Thema soll auch auf der GOR 08 Schwerpunkt sein}

Die Uni ist ein Loch

Baufortschritte an der Universität Leipzig (Augustusplatz) sind durchaus auszumachen: Jetzt gähnt der Abgrund und die Staubfahnen wehen über das Erdloch, in dem Bagger wühlen. Ob das noch fertig wird, fragt sich besorgt der Dozent. 2009 soll ja die feierliche Einweihung sein. Derzeit ist den Bauarbeitern wahrscheinlich wenig feierlich zumute. Hier kann mal durch den Bauzaun geguckt werden:
Uni Loch