Denunziation 2.0 mit Mashups

reflektiert Bernd Graf in der Ausgabe SZ Nr. 33 auf S. 11. Es geht um Eightmaps, das die Adressen von Personen, die für eine politische Kampagne gespendet hatten, gemappt hatte. Interessant der Satz am Ende des Artikels „wie schnell intelligente Softwareprogramme missbraucht werden können“. Abgesehen davon, dass nicht Programme selbst intelligent sind, sondern bestenfalls so genannte kollektive Intelligenz wie Schwarmverhalten für Nutzer ermöglichen, heißt es weiter: „Dass aus solchen feinmaschig einzusetzenden Applikationen Gefahren für Demokratie und Werte erwachsen können, hatte man bislang so nicht auf der Rechnung. (…) Es gibt mittlerweile viele tausend Anwendungen, deren Gefahrenpotential man gar nicht absehen kann.“ So weit so gut. Revolutionär sind aber nicht die einzelnen Programme, sondern deren Kombination respektive die Rekombination von Inhalten. Das wird im Artikel übersehen. Mashups sorgen für völlig neue Kombinationen, die durchaus brisant sein können. Also Geodaten plus Statistiken über … sagen wir … Gewalt an Schulen. Journalisten sollten aber nicht nur besorgt, sondern auch erfreut sein. Denn Mashups können auch spannende Quellen für Recherchen sein. Bspw. hier: Google Australia engineers have created a Flash map to keep track of the deadly bushfires ravaging the southeastern part of the country and help reduce the traffic burden to the official sites coordinating emergency services.

Best-Practice-Award GOR 09: Große Marken

Porsche, Spiegel-Verlag, Ferrero, Swisscom, Lufthansa Technik: spannende Bewerbungen für den Best-Practice-Award, der im Rahmen der GOR 09 in Wien vergeben wird. Prämiert werden Beiträge, die den konkreten Einsatz von Onlineforschungsmethoden in der betrieblichen Praxis zum Gegenstand haben.
Mehr dazu auf marktforschung.de

Hessen-Wahl: Online-Forschung lieferte beste Wahlprognose

Die Online-Befragung hat sich bei der Hessen-Wahl als stabile Methode erwiesen, wenn es um möglichst präzise Prognosen geht. Alle sechs telefonisch erhobenen Vorhersagen lagen jeweils weiter vom Endergebnis entfernt als die per Online-Panel gemachte Prognose. Dazu eine Zusammenfassung aus der Feder meines Kollegen Holger Geißler:

„Urheber der Prognose war das Wahlforschungsinstitut YouGov. Das in Deutschland durch die psychonomics AG vertretene Institut sagte vergangene Woche 39 Prozent der hessischen Wählerstimmen für die CDU, 23 Prozent für die SPD, 16 Prozent für die FDP, zwölf Prozent für Bündnis 90/Die Grünen, sechs Prozent für die Linke und vier Prozent für die sonstigen Parteien voraus. (Umfrage: n=778 wahlberechtigte Hessen im YouGov Panel Deutschland, erhoben zwischen dem 12. und 13. Januar 2009). „Hessen-Wahl: Online-Forschung lieferte beste Wahlprognose“ weiterlesen

Hochkarätige GOR 09 Keynotes

2 spannende Keynotes eröffnen jeweils den ersten und den zweiten Tag der Konferenz in Wien:

Prof. Jon A. Krosnick, Stanford University, eröffnet den ersten Tag. Krosnick ist u.a. bekannt für seinen Satisficing-Ansatz, den er von der Ökonomie auf die Umfrageforschung übertragen hat. Demnach versuchen die Befragten ihre kognitive Last zu verringern, indem sie bspw. eine meinungslose Position einnehmen oder sozial erwünscht antworten.

Die zweite Keynote ist nicht minder interessant: Hans Georg Stolz, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. (ag.ma), wird über die Integration der internet facts der AGOFin die ag.ma sprechen.

GOR 09 Programm steht …

jetzt hier – Lars Kaczmirek und ich haben es gerade fertiggestellt. 9 Workshops bilden das reichhaltige Vorprogramm am Montag. Die eigentliche Konferenz am Di. und Mi. besteht dann aus 34 Sessions á 3 Vorträgen und einer jeweiligen Länge von 1 Stunde. Jeder Vortragende hat 20 Minuten (15 plus 5 Minuten). Hinzu kommen 3 Roundtable-Sessions, die wissenschaftlichen Poster, die in einer eigenen Ausstellung konzentriert sind. Und – mit das Wichtigste: Die Ausstellung der Firmen, die teilweise auch als Sponsoren auftreten. GOR09-Program

Habe die Sessions gerade noch einmal ausgedruckt, ausgeschnitten und auf einem großen Stück Packpapier angeordnet: Was man als program chair nicht alles so machen muss!

DGOF-Forschungspreis: Hohe Bewerberzahl

Zum ersten Mal ausgeschrieben und schon eine hohe Resonanz – 35 Abschlussarbeiten wurden bis zum Jahresende für den von der DGOF ausgelobten „Best Research Thesis Award“ eingereicht. Dabei stammen die Verfasser der eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten aus Europa, USA, Asien und Australien. Eine fünfköpfige Jury, der ich auch angehöre, wird nun die die beste studentische Abschlussarbeit (Bachelor/Master/Dissertation) ermitteln. Der Gewinnerbeitrag wird auf der General Online Research 2009 in Wien vorgestellt und erhält die Möglichkeit zur Veröffentlichung im Rahmen der Buchreihe „Neue Schriften zur Online-Forschung“.

Meine Nächte mit Atlas.ti

Manchmal muss es halt qualitativ sein. Für meine Habil (ja, ich arbeite immer noch dran, bin aber in den letzten Zügen) werte ich gerade 30 Interviews mit hauptberuflichen Journalisten aus, die ihre Einschätzungen und Wahrnehmungen zur Recherche abgegeben hatten. Darunter alle Mediensparten, Ö-r wie Private, Freie und Festangestellte. abcd0016.JPGDazu verwende ich Altals.ti und je länger ich mit dem Programm arbeite, desto besser gefällt mir das Teil. Insbesondere die Netzwerkansichten und die Möglichkeit, semantische Verbindungen zu visualisieren sind wunderbar. Das Beispielfoto zeigt die Netzwerkansicht für „Relevanz“.