2 interessante Studien zum Verhältnis Zeitung – Internet …

sind dieser Tage erschienen:

  • Die TNS Emnid Medienforschung hat herausgefunden, dass journalistische Inhalte mehr gefragt sind als Twitter und Co.: Folgerung: „Tageszeitungen müssen sich auch im Web auf ihr Kerngeschäft konzentrieren“. Und
  • nochmal TNS Infratest, diesmal im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), hat in einer repräsentativen Studie das Gewicht einzelner Mediensparten für die Meinungsbildung ermittelt. Das Modell dient zur Konzentrationsmessung.
  • Danach hat das Fernsehen mit einem Anteil von rund 40 Prozent nach wie vor das größte Gewicht, vor den Tageszeitungen mit 25 Prozent, dem Internet mit 15 Prozent, dem Radio mit 15 Prozent sowie den Zeitschriften mit einem Anteil von 5 Prozent.

    Buch: Pressefreiheit ohne Grenzen

    ist auf der Zielgraden. Pressefreiheit ohne Grenzen Wenn nichts Schwerwiegendes dazwischen kommt, werden wir (Welker/Elter/Weichert) mit dem Band am 3. Mai erscheinen. Geplant ist eine Präsentation im Bayerischen Rundfunk zum Tag der Pressefreiheit. Der Halem Verlag hat ein Cover entwerfen lassen, das thematisch gewohnt zielsicher ist. Mit ca. 350 Seiten ist der Band mittelstark.

    Leipzig, IPJ-Tagung: Erosion der Tageszeitungsnutzung schon seit Mitte der 80er Jahre

    Heute morgen Leipzig, in der Villa Ida: IPJ-Tagung: „Crossover Trends zw. Print und Online“. Etwa 9080 Teilnehmer. Eröffnungsreferat von Michael Haller: Nutzungstrends Zeitungen. Er konstatiert für die Zeitung einen „dramatischen Nutzungswandel“ und eine “Nutzungsverweigerung bei Jüngeren”. Aber: Dieser Wandel habe schon Mitte der 80er Jahre eingesetzt und ist nicht primär durch das Internet induziert, sondern bereits durch die Einführung des privaten Rundfunks gestartet worden.
    Generell: Zeitung hat ggü. anderen Medien schwaches Alleinstellungsmerkmal
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    Themenabend auf Arte

    … heute abend zum Internet und öffentlicher Meinungsbildung. Zuerst eine Doku über Verschwörungstheorien und der dubiosen Rolle von hybriden Internetangeboten, dann eine Podiumsdiskussion. Gut kommt es ja nicht weg, das Netz. Spiegel Online wurde dagegen gelobt, wie überhaupt der deutsche Journalismus. Was bislang zu kurz kam: dass das Internet Journalisten bei der Informationsbeschaffung auch unterstützen kann. Das Netz ist ja nicht nur Informations-, sondern auch Recherchemedium.

    Vorbereitungslektüre zum Tag der Pressefreiheit

    In Vorbereitung zum Tag der Pressefreiheit lese ich gerade einige einschlägige Bücher zur „Erfassungsgesellschaft“, die alle in den verg. 2-3 Jahren erschienen sind:

  • Peter Schaar: Das Ende der Privatsphäre. Der Weg in die Überwachungsgesellschaft. Goldmann
  • Heribert Prantl: Der Terrorist als Gesetzgeber. Droemer
  • Gerhart Baum: Rettet die Grundrechte. Bürgerfreiheit contra Sicherheitswahn. Kiepenheuer&Witsch
  • Gut zu lesen und recht verständlich ist das Buch von Schaar. V.a. die Passagen, in denen über die historischen Wurzeln und rechtlichen Grundlagen des Datenschutzes aufgeklärt wird (bspw. im Kapitel Privatsphäre und Öffentlichkeit). Im Abschnitt „Digitale Spuren“ irrt Schaar allerdings: Da heißt es: „Jeder Mausklick, jeder Seitenaufruf im Web … sind den einzelnen Nutzern zuzuordnen.“ Das würde ich so absolut nicht sagen, weil es primär um die Zuordnung zu bestimmten Rechnern geht. Die Zuordnung zu Nutzern ist möglich, aber recht schwierig, wie die AGOF zu berichten weiß. Etwas irritierend sind auch die Passagen, wo Schaar kriminelles Verhalten mischt mit legalen Gefährdungen des Datenschutzes. Das sollte man m.E. auseinanderhalten.
    Letztlich ist es aber erschrenkend mal im Überblick und in einer Zusammenschau zu sehen, wie weit die „Erfassungsgesellschaft“ bereits gediehen ist.

    ProfCom takes off

    Das international vergleichende Projekt ProfCom ist am Wochenende mit einem Meeting der Projektpartner in Wien gestartet ProfCom Kick-off (im Bild Nora Sells, Globalpark Österreich/Uni Wien und Prof. Burkart). Erste Ergebnisse der Online-Befragung von Kommunikatoren in 6 Ländern (Austria, Bulgaria, Finland, Germany, Swiss, Turkey) sehen vielversprechend aus. Insbesondere das Moral-Hazard-Modul lässt Spannendes auch im Vergleich zwischen Journalisten und PR-Managern erwarten. Hinzu kommen Unterschiede zwischen den Ländern wie auch zw. Ost- und Westeuropa, die sich in einigen Fragen abzeichnen. Diverse derzeit offene Calls werden wir aber erst einmal nicht bedienen, um die Daten nun sorgfältig auswerten zu können.

    Ausverkauft.

    Der Band „Kommunikation, Partizipation und Wirkungen im Social Web: Grundlagen und Methoden: Von der Gesellschaft zum Individuum: Bd 1“ von Zerfaß, Welker, Schmidt ist ausverkauft. Herbert von Halem sagt: Wir drucken nach!