In Vorbereitung zum Tag der Pressefreiheit lese ich gerade einige einschlägige Bücher zur „Erfassungsgesellschaft“, die alle in den verg. 2-3 Jahren erschienen sind:
Peter Schaar: Das Ende der Privatsphäre. Der Weg in die Überwachungsgesellschaft. Goldmann
Heribert Prantl: Der Terrorist als Gesetzgeber. Droemer
Gerhart Baum: Rettet die Grundrechte. Bürgerfreiheit contra Sicherheitswahn. Kiepenheuer&Witsch
Gut zu lesen und recht verständlich ist das Buch von Schaar. V.a. die Passagen, in denen über die historischen Wurzeln und rechtlichen Grundlagen des Datenschutzes aufgeklärt wird (bspw. im Kapitel Privatsphäre und Öffentlichkeit). Im Abschnitt „Digitale Spuren“ irrt Schaar allerdings: Da heißt es: „Jeder Mausklick, jeder Seitenaufruf im Web … sind den einzelnen Nutzern zuzuordnen.“ Das würde ich so absolut nicht sagen, weil es primär um die Zuordnung zu bestimmten Rechnern geht. Die Zuordnung zu Nutzern ist möglich, aber recht schwierig, wie die AGOF zu berichten weiß. Etwas irritierend sind auch die Passagen, wo Schaar kriminelles Verhalten mischt mit legalen Gefährdungen des Datenschutzes. Das sollte man m.E. auseinanderhalten.
Letztlich ist es aber erschrenkend mal im Überblick und in einer Zusammenschau zu sehen, wie weit die „Erfassungsgesellschaft“ bereits gediehen ist.