Hessen-Wahl: Online-Forschung lieferte beste Wahlprognose

Die Online-Befragung hat sich bei der Hessen-Wahl als stabile Methode erwiesen, wenn es um möglichst präzise Prognosen geht. Alle sechs telefonisch erhobenen Vorhersagen lagen jeweils weiter vom Endergebnis entfernt als die per Online-Panel gemachte Prognose. Dazu eine Zusammenfassung aus der Feder meines Kollegen Holger Geißler:

„Urheber der Prognose war das Wahlforschungsinstitut YouGov. Das in Deutschland durch die psychonomics AG vertretene Institut sagte vergangene Woche 39 Prozent der hessischen Wählerstimmen für die CDU, 23 Prozent für die SPD, 16 Prozent für die FDP, zwölf Prozent für Bündnis 90/Die Grünen, sechs Prozent für die Linke und vier Prozent für die sonstigen Parteien voraus. (Umfrage: n=778 wahlberechtigte Hessen im YouGov Panel Deutschland, erhoben zwischen dem 12. und 13. Januar 2009). „Hessen-Wahl: Online-Forschung lieferte beste Wahlprognose“ weiterlesen

Hochkarätige GOR 09 Keynotes

2 spannende Keynotes eröffnen jeweils den ersten und den zweiten Tag der Konferenz in Wien:

Prof. Jon A. Krosnick, Stanford University, eröffnet den ersten Tag. Krosnick ist u.a. bekannt für seinen Satisficing-Ansatz, den er von der Ökonomie auf die Umfrageforschung übertragen hat. Demnach versuchen die Befragten ihre kognitive Last zu verringern, indem sie bspw. eine meinungslose Position einnehmen oder sozial erwünscht antworten.

Die zweite Keynote ist nicht minder interessant: Hans Georg Stolz, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. (ag.ma), wird über die Integration der internet facts der AGOFin die ag.ma sprechen.

Meine Nächte mit Atlas.ti

Manchmal muss es halt qualitativ sein. Für meine Habil (ja, ich arbeite immer noch dran, bin aber in den letzten Zügen) werte ich gerade 30 Interviews mit hauptberuflichen Journalisten aus, die ihre Einschätzungen und Wahrnehmungen zur Recherche abgegeben hatten. Darunter alle Mediensparten, Ö-r wie Private, Freie und Festangestellte. abcd0016.JPGDazu verwende ich Altals.ti und je länger ich mit dem Programm arbeite, desto besser gefällt mir das Teil. Insbesondere die Netzwerkansichten und die Möglichkeit, semantische Verbindungen zu visualisieren sind wunderbar. Das Beispielfoto zeigt die Netzwerkansicht für „Relevanz“.

NDR schreibt eine Stelle für Online-Forscher aus

Öffentlich-rechtliche Anstalt auf dem Online-Trip: Der NDR hat 1 Stelle für Online-Forschung ausgeschrieben. Diese ist an die Medienforschung des Senders angebunden und – wie für Medienforschung üblich – der Intendanz zugeordnet. Als Voraussetzung ist u.a. genannt: Erfahrungen mit Logfileanalysen und Logfiles-Auswertungsprogrammen sowie dem Umgang mit komplexen Datensätzen und Erfahrungen mit Online-Befragungssoftware. Na wenn das nix ist …

Band 5 der „Neuen Schriften“ erschienen,

der von Monika Taddicken geschrieben wurde. Die Dissertation evaluiert sämtliche methodischen Konsequenzen des Einsatzes von Web-Befragungen. Neben einer Darstellung bereits bekannter Methoden-Vorteile (z. B. niedrigere Effekte sozialer Erwünschtheit) werden mögliche – bislang weitestgehend unerforschte – Methoden-Nachteile theoretisch diskutiert und anhand eines empirischen Methodenvergleichs mit „traditionellen“ Forschungsmethoden aufgezeigt.
Die „Neuen Schriften“ werden derzeit per Bannerrotation hier beworben.
Monika Taddicken: Methodeneffekte bei Web-Befragungen. Einschränkungen der Datengüte durch ein ›reduziertes Kommunikationsmedium‹? 488 S., 27 Abb., 91 Tab., Broschur, 213 x 142 mm, 34.00 EUR

DGPuK FG CvK

hat 2 neue Vorsitzende: Jan Schmidt (Stellvertreter) und Martin Emmer: Glückwunsch an beide! Ich konnte in Ilmenau leider aus Zeitmangel nicht dabei sein, war aber offenbar nach Teilnehmermeinung eine erfolgreiche Tagung und Generalprobe!

Sozialforschung im Internet

Neues Buch im VS-Verlag: Hrsg.: Jackob, Nikolaus / Schoen, Harald / Zerback, Thomas: Sozialforschung im Internet. Methodologie und Praxis der Online-Befragung 377 S. Br.
ISBN: 978-3-531-16071-9, Lehrbuch, EUR: 34,90. Sozialforschung im InternetDer Band liefert einen guten Überblick über die Methode der Online-Befragung. Das Kernstück des Buches: eine Inhaltsanalyse in den wichtigsten international anerkannten sozialwissenschaftlichen Fachzeitschriften zur Verwendung der Online-Befragung wurde von der DGOF e.V. finanziell gefördert. Zudem gibt es darin einen kleinen Beitrag von mir und meinem Kollegen Uwe Matzat zur Notwendigkeit von Methodenkombinationen.

m hmk: in München gestartet

Mein Start in München an der (jetzt mit neuem Namen ausgestatteten) macromedia hochschule für medien und kommunikation mit insg. 19 SWS. Ein sportliches Pensum. Mit den Journalistik-Studierenden geht es gleich an zwei schöne Projekte: Anwendungsfeld Print: eine Broschüre über die „Mediencity“ München mit einer farbigen Palette von Darstellungsformen über Kreativ-Themen (VJs, Kabarett, Film, Boulevard etc.) auf die ich sehr gespannt bin und in Medienforschung: eine bevölkerungsrepräsentative Befragung zum Berufsstand der Journalisten: Was denkt die Bevölkerung über Journalisten? Eine echte Forschungslücke! Die werden wir zusammen mit der psychonomics AG schließen.