Journalisten 2009 und eine Entzauberung

Für das Magazin des BJV habe ich eine Sonderauswertung unserer Journalistenstudie (Befragung der Bevölkerung zum Journalismus) für Bayern gemacht; unsere Zahlen lassen sich nämlich u.a. nach Bundesländern auswerten. Insgesamt hatten wir Antworten von 983 Personen, aus Bayern kamen 175 Personen. Im Unterschied zur Gesamtbevölkerung ergaben sich für Bayern einige signifikante Unterschiede – Beispiel: die Rangfolge der angesehensten Medienangebote: den ersten Platz belegt in Bayern „Die Zeit“, Platz 2 der „Focus“, den dritten Rang teilt sich die „SZ“ mit dem „Spiegel“. Im Bund kam hingegen der „Spiegel“ auf Rang 1, gefolgt von „Zeit“ und „FAZ“.
Ganz neu erschienen ist im UVK Verlag jetzt eine weitere Studie mit gleichem Fokus: Donsbach aus Dresden kam wohl auf die gleiche Idee, die Bevölkerung zu Journalisten und Journalismus zu befragen, finanziert wurde das Ganze von einem katholischen Institut. Damit erklären sich nun auch einige gereizte Reaktionen auf die Veröffentlichung unserer eigenen Studie. Jetzt bin ich mal auf den Vergleich der Befunde gespannt. Übrigens: Wir wussten nicht vor März 2009 vom Donsbach’schen Projekt.

Zur Methode der Studie „Journalisten 2009“, MHMK/Psychonomics: Insgesamt wurden tausend Personen (n=983, nbay=175) aus der deutschen Bevölkerung online befragt. Das YouGov Panel Deutschland (Online Access Panel) umfasst derzeit mehr als 80.000 Mitglieder. Aus dieser Grundgesamtheit werden die Teilnehmer zunächst per Zufallsauswahl zu der Befragung eingeladen und dann nach den Strukturen der deutschen Bevölkerung in Anlehnung an den Mikrozensus für die Altersgruppen 16 bis 65 Jahre quotiert (Teilnehmer, die nicht in die Quoten passen, werden ausgescreent). Zusätzlich zu den demographischen Quoten wurden in Anlehnung an die MA-Reichweiten der AG.MA (Arbeitsgemeinschaft Leseranalyse) Quoten für bestimmte Lesergruppen definiert. Diese Befragung basiert somit nicht auf einer Zufalls-, sondern auf einer Quotenstichprobe. Dennoch können die Befunde als „bevölkerungsrepräsentativ“ bezeichnet werden.

Please follow and like us:
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Journalisten 2009 und eine Entzauberung

  1. Pingback: Feuerwehrmänner, Marktforscher, Journalisten : Martin Welker

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.