„Mehr googeln“

… meinte Stefan Niggemeier, Journalist und Bildblogmacher, gestern abend in Leipzig auf die Frage, welchen Top-Tipp er für angehende Journalisten parat halte. Zunächst natürlich große Heiterkeit. Dann Niggemeier: „Mit einfachem Googeln findet man oft super Hinweise, wenn man für eine bestimmte Geschichte recherchiert.“ Aber selbst diesen einfachen Recherchetipp würden viele Kollegen oft nicht anwenden. Nicht nur dieses Statement fand ich interessant und erfrischend, weit entfernt von einem Zeigefinger-hebenden Professionspessimismus, der vorzugsweise vorherrscht.
Die Frage ist nur, ob tatsächlich nicht gegoogelt wird, oder ob doch gegoogelt wird, aber eben nicht optimal. Ich glaube eher das letztere und werde dazu im März [Halem Verlag, Neue Schriften Bd. 3] einen Aufsatz zusammen mit Christoph Neuberger veröffentlichen. Darin präsentieren wir empirische Ergebnisse, die zeigen, dass zwar immer mehr klassische Recherche durch Online-Recherche ersetzt wird, dass aber offenbar der Umgang mit Suchmaschinen von Journalisten suboptimal erfolgt. Die Forderung sollte also nicht heißen: „mehr googeln“, sondern „schöner googeln“.
Stefan Niggemeier (Mitte) zu Gast in LeipzigStefan Niggemeier war gestern auf Einladung der Journalistik der Universität Leipzig als Vortragsredner zu Gast im Zeitgeschichtlichen Forum. Thema: Bildblog: Medien am Pranger?

Berichte darüber hier, hier oder hier. Und eine ältere Diskussion dazu hier.

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