Von der Gebührenanstalt zur Sprachpolizei?

Die FAZ hat heute gar im Kulturteil darüber berichtet …

Die Berliner Plattform akademie.de ist von GEZ-Anwälten abgemahnt worden.

akademie.de soll sich dazu verpflichten, „nicht existente“ bzw. „falsche“ Begriffe wie „GEZ-Gebühren“, „PC-Gebühr“, „Gebührenfahnder“, „GEZ-Anmeldung“ oder „GEZ-Abmeldung“ nie wieder zu verwenden. Das Verbot wird damit begründet, die Nutzung der Begriffe diene nur dazu, „ein negatives Image der GEZ hervorzurufen“.

Eine Liste der „falschen“ und der „richtigen Begriffe“ hat akademie veröffentlicht:

  • GEZ-Anmeldung = gesetzlich vorgesehene Anmeldung von zum Empfang bereit gehaltener Rundfunkgeräte
  • GEZ-Abmeldung = gesetzlich vorgesehene Abmeldung der angemeldeten zum Empfang bereit gehaltenen Rundfunkgeräte
  • GEZ-Anschreiben = Informationsschreiben der GEZ und/oder Schreiben, mit dessen Hilfe der gesetzliche Auskunftsanspruch des § 4 Abs. 5 RGebStV geltend gemacht wird
    1. Der letzte hier aufgelistete Punkt wirkt m.E. besonders pervers. Meine Phantasie evoziert hier sofort einen Lageraufseher, der jeden morgen die rechte Seite der Liste brüllt und alle Insassen der Anstalt müssen die Phrasen nachbrüllen. Das könnte man sogar zum Anlass für ein Theaterstück nehmen. Ausloten: Wie weit ist der Weg vom Bürokratendeutsch bis zur totalitären Sprachpolizei? Oder ist das reales-existierendes Kabarett?

      Siehe auch: http://medienlese.com/2007/08/23/gez-gibt-nachhilfe-per-abmahnung/
      http://www.spreeblick.com/2007/08/23/gez-verbietet-nutzung-der-buchstaben-g-e-und-z/

      Eine Antwort auf „Von der Gebührenanstalt zur Sprachpolizei?“

      Schreibe einen Kommentar