Dreckschweine, Kunstfiguren und Anwälte

oder: wie funktioniert die blogbar. Nochmal ein Nachklapp, obwohl es mir zum Hals raushängtdiese “Debatte” so fruchtbar ist wie eine Salzwüste.

Seit einigen Tagen rast eine Schlammlawine durch die Blogosphäre. Losgetreten hat sie DA, der in unserem Seminar Gast war. Die Wirkung ist die, die Schlammlawinen halt so haben: sie begraben alles, was im Weg ist, reißen Unschuldiges mit und blubbern dann solange aus, bis auch noch der letzte Dorfdepp schlammige Füße bekommen hat. Stoppen kann sie keiner.

Schau ich mir die auf zahlreichen Strecken sinnfreie Diskussion zu Stefan Niggemeiers Blogeintrag “Don Alphonso will kein Dreckschwein sein” mit sage und schreibe jetzt 192 Einträgen an, kommen mir doch arge Zweifel am intellektuellen Debattengehalt. Die Schlüselwörter “Dreckschweine”, “Journalisten” und prollige Sprüche wie “Ich würde mein Kind lieber auf den Bau schicken als es Journalist werden zu lassen” scheinen eine fortgesetzte Schreibdiarrhö auszulösen.

Man kann nun die Mechanismen von Blogs gut studieren. Was im allgemeinen, irrelevanten Gelaber nicht untergehen sollte ist das Folgende von Niggemeier:

Man kann viel lernen aus dieser Geschichte über Don Alphonso, seine Selbstwahrnehmung und seine Umgangsformen, und es lohnt sich, die nun einsam dastehenden Kommentare zu lesen. Ich hoffe, die Seminarveranstalter dieses Landes lesen das mit und überlegen sich gut, ob sie für das bisschen Show, das er ihnen liefert, in Kauf nehmen wollen, dass ein Referent, den sie eingeladen haben, hinterher ihre Studenten einschüchtert, anpöbelt und damit droht, sie zu verklagen.

Stimme voll zu. Und was die zahlreiche im Ton und in der Sache üblen Kommentare von DA anbelangt, hier ein Bsp.

… für miserable Studenten, faule Abschreiber, CSU-Generalsekretäre, zukünftige HilfsPR-Textverfasserinnen

Jedenfalls dachte ich zunächst, schön, dass ein bekannter Autor auf eigene Kosten ein Seminar besucht und Einblicke in die Praxis gibt. Einblicke ja, aber kostenlos? Die Kosten sind enorm und zwar für alle Betroffenen. Und DA ist wohl locker auf seine Kosten gekommen und hat seinen Marktwert vermutlich auf Kosten anderer gesteigert. So läuft das also.

5 Gedanken zu “Dreckschweine, Kunstfiguren und Anwälte

  1. Und nächstes Semester dann Bitte ein Seminar über Nachhaltigkeit von Boulevardjournalismus.
    Ich meine: Ãœberschriften wie “Ostzonensuppenwürfel bringen Krebs”, “An den Strick mit dem roten Mordbanditen” oder (nach Erfurt) “Er war’s” haben sich doch tiefer als erwartet ins kollektive Gedächtnis gegraben.

    Und was die Bild kann, na, das kann der Don schon lange. Der ist definitiv locker auf seine Kosten gekommen. Er schaltet ja schließlich keine Anzeigen in eigener Sache. Er macht das viel geschickter. Klar, nicht auf eigene Kosten.

  2. Ne, ne, ne!

    Wer eigeschüchtert wird, bestimmt auch derjenige, der sich einchüchtern lässt. — Und das waren wohl einige.

    Zu Recht? Nö; Da haben sich manche einen Schuh angezogen, der viel zu gross war. Muss Jeder selber wissen!

    Was sind die Konsequenzen für die angesprochenen Studis? Vorerst: Keine! Also erstmal cool bleiben.

    Und später im Beruf? Die rosarote Klohblrille absetzen!

    Dann klappt’s auch mit dem Journalismus!!!

    Zitat:”Und DA ist wohl locker auf seine Kosten gekommen und hat seinen Marktwert vermutlich auf Kosten anderer gesteigert. So läuft das also.” — Tja: wenn man alle Türen offen stehen lässt. Dann würde auch ich mich am Buffet bedienen
    !!!

    Und es genießen!

  3. {gelöscht, weil die E-Mail des Verfassers nicht transparent ist; verweist auf eine “Fun-Domain”}

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