Blogs als Netzwerke und als Qualitätskontrolle anderer Medien

An diesem Wochenende habe ich zwei Gutachten fertiggestellt, die zwei interessante Diplomarbeiten betreffen, die ich an der Leipziger Journalistik mitbetreut habe. Es sind die Arbeiten von Susanne Krauß (Thema: “Weblogs als soziale Netzwerke. Eine qualitative Beziehungsanalyse”) und von Katja Schönherr, die über Medienwatchblogs geschrieben hat. Ohne schon etwas über die Bewertung sagen zu können, ist klar, dass beide spannende Ergebnisse erarbeitet haben, die auch bereits in Blogosphäre für Aufsehen sorgen (es lebe die Selbstreferenzialität!). So schreibt der freie Journalist Daniel Große, der an der Arbeit von Susanne Krauß mitgearbeitet hat:

Susanne Krauß studiert Diplom-Journalistik an der Universität Leipzig. Im Februar (glaube ich) war die 26-jährige hier, um für ihre Diplomarbeit zu recherchieren. Und es ist überraschend und teilweise auch sehr unterhaltend, was Susanne rausgefunden hat. Untersucht wurden private Weblogs, journalismusnahe Weblogs und Blogs von freien Journalisten. Neben mir durfte auch Mario Scheuermann vom Drink Tank seine Gedanken und Erfahrungen weitergeben. Untersucht wurde eigentlich alles: die Häufigkeit der Einträge, die Kommentare, woher sie kommen und worüber wir bloggen.

Mario Scheuermann (ebenfalls in der Arbeit Interviewter) zitiert bereits ausführlich:

Anfangs habe ich über ihre selbstgestrickte Methode gelächelt, mit der sie das Netzwerk mit Hilfe kleiner Stecknadeln auf einer Papp-Scheibe übertrug, aber das Ding hat funktioniert und die Schlüsse, die sie daraus gezogen hat sind lesenswert. Sie zeigt mit ihrer Arbeit die Schnittstelle auf zwischen privatem Bloggen und professionellem Online-Journalismus via Weblog. Untersucht wurden anhand von sechs konkreten Fallstudien drei Bloggertypen:
Private Online Journale

Krootoo.5 (Nadja Müller)
LaRzarus (Axel Beyer)

Journalismusnahe Blogs

Schockwellenreiter (Jörg Kantel)
Lummaland (Nico Lumma)

Blogs freier Journalisten

Große Worte (Daniel Große)
The Drink Tank (Mario Scheuermann)

Zum Thema von Katja Schönherr ist sicher auch folgender Vortrag in Bamberg interessant, Jan Schmidt schreibt:

Abends hielt Christoph Schultheis (Bildblog) seinen Vortrag über “Medienjournalismus im Web 2.0″ im Rahmen der Reihe “Journalismus und Web 2.0“. Der Vortrag stieß auf sehr großes Interesse, sowohl was die Größe des Publikums als auch was die Nachfragen im Anschluß an seine Präsentation angeht; wir haben übrigens einen Videomitschnitt produziert, den wir in den nächsten Tagen auch auf einer der einschlägigen Plattformen einstellen werden. Highlights des anschließenden gemütlichen Beisammenseins: Mein Kollege Florian L. Mayer ist “Bildblog-Abonnent” Nummer 102 – klingt nicht spektakulär, aber Christoph verriet, dass die Nummerierung bei 100 anfing… Und dann kam noch eine Idee beim Bierchen auf, die sehr spannend klingt, aber im Moment noch überhaupt nicht blogbar ist… (nein, die Idee war nicht “Man könnte doch mal Kommentare beim Bildblog einführen…”..:)).

Ich werde in nächster Zeit mal an dieser Stelle einige Kernergebnisse zusammenstellen.

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