Eldad Beck zu Gast im Seminar

In unserer neuen Gesprächsreihe, die wir für die Journalistik-Studierenden aufgesetzt haben: „Studierende fragen, Journalisten antworten“, hat Eldad Beck, Europa-Korrespondent der größten israelischen Zeitung Yedioth Ahronot über den Beruf des Auslandskorrespondenten gesprochen. Es war – wie ich fand – ein teilweise kontroverses, aber anregendes Seminar: Der Appell an Journalisten für mehr Vor-Ort und Augenscheinrecherche am Beispiel des Themas Wirtschaftskrise in Island – und die Sicht Becks auf deutsche Medien und ihre Israelberichterstattung, die teilweise so gar nicht der deutschen Wahrnehmung entspricht.

Raum und Geist

Vor einigen Tagen war ich bei der DocCheck AG in Köln eingeladen und hielt ein kleines Statement zu Öffentlichkeit, Marktforschung und Web 2.0. Hier im ehemaligen 4711-Produktionsgebäude staunte ich über die gelungene Verbindung von 50er Jahre Architektur und moderner Inneneinrichtung. Fand ich anregend, weiß aber nicht wie es wirkt, wenn man jeden Tag dort arbeitet. Atmosphäre an diesem Tag jedenfalls sehr gut.

Journalisten 2009 und eine Entzauberung

Für das Magazin des BJV habe ich eine Sonderauswertung unserer Journalistenstudie (Befragung der Bevölkerung zum Journalismus) für Bayern gemacht; unsere Zahlen lassen sich nämlich u.a. nach Bundesländern auswerten. Insgesamt hatten wir Antworten von 983 Personen, aus Bayern kamen 175 Personen. Im Unterschied zur Gesamtbevölkerung ergaben sich für Bayern einige signifikante Unterschiede – Beispiel: die Rangfolge der angesehensten Medienangebote: den ersten Platz belegt in Bayern „Die Zeit“, Platz 2 der „Focus“, den dritten Rang teilt sich die „SZ“ mit dem „Spiegel“. Im Bund kam hingegen der „Spiegel“ auf Rang 1, gefolgt von „Zeit“ und „FAZ“.
Ganz neu erschienen ist im UVK Verlag jetzt eine weitere Studie mit gleichem Fokus: Donsbach aus Dresden kam wohl auf die gleiche Idee, die Bevölkerung zu Journalisten und Journalismus zu befragen, finanziert wurde das Ganze von einem katholischen Institut. Damit erklären sich nun auch einige gereizte Reaktionen auf die Veröffentlichung unserer eigenen Studie. Jetzt bin ich mal auf den Vergleich der Befunde gespannt. Übrigens: Wir wussten nicht vor März 2009 vom Donsbach’schen Projekt.
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Zeitung 2020: Wikipedia- oder TAZ-Modell?

4. Süddeutscher Journalistentag, gerstern im BR in München: Podium zur Entwicklung der Zeitung (Kilz, Weischenberg, Welker): eine kleine, subjektive Zusammenfassung:

  • Zeitung ist nicht generell in der Krise, H. W. Kilz sieht bspw. für die SZ keine
  • Schwieriger ist die Lage bei Regionalzeitungen
  • Internet bzw. Veränderung in der Struktur der Öffentlichkeit ist ein wesentlicher Grund für die Veränderungen, denen sich Ztg. gegenübergestellt sieht
  • Journalismus muss sich darauf einstellen, u.a. mit einer erweiterten funktionalen Palette: vom Gatekeeper zum Gatewatcher
  • Kilz: Qualität hat ihren Preis; Weischeberg: kein Dumping-Journalismus!
  • Welker: Warum nicht das Wikipedia- (bzw. US-amerik. Public Radio-) Modell für guten, kritischen Regionalzeitungsjournalismus: Leser spenden jeweils in eine regionale Stiftung?
  • Weischenberg: Warum nicht über eine öffentlich-rechtliche Zeitung nachdenken, wie sie Habermas (in der SZ) vorgeschlagen hat?
  • Kilz: Grundversorgung und Zeitung passen nicht ganz zusammen!
  • Auditorium: Warum nicht das TAZ-Modell: Leser zu Genossen!?
  • –> Zeitung in 10 Jahren?

  • Kilz: Zeitung muss Überraschendes, Neues bringen, sonst wird sie verzichtbar
  • Weischenberg: Zeitung und Online wird sich noch stärker verzahnen
  • Journalismus in der Zeitung wird in Zukunft regionaler, erzählender, kommentierender, einordnender sein
  • Hervorragend war unsere Moderatorin, Sissi Pitzer, die stringent und kompetent durch die Fragen führte. Das Podium war sehr gut besucht (ich schätze ca. 200 Hörer), viele mussten stehen.

    Wozu Zeitung,

    fragt das Magazin der SZ diese Woche und stellt gleich auch die Frage nach der Zukunft des Journalismus. Eine eindeutige Antwort auf diese Fragen gibt es natürlich genausowenig wie eine Patentlösung für die Zeitungskrise, die sich in den USA derzeit am heftigsten austobt. „Wozu Zeitung,“ weiterlesen

    Zum internat. „Tag der Pressefreiheit“

    am kommenden Sonntag, 3. Mai, diskutiert die mhmk/München mit Unterstützung unserer Projektpartner BJV und Mediencampus Bayern wie es im Nahen Osten um die Pressefreiheit bestellt ist. Können sich Journalisten auf dieses demokratische Grundrecht berufen, in einer Region, die für den Frieden in der Welt extrem wichtig ist? Wie sieht der journalistische Alltag im Nahen Osten eigentlich aus, und was sollen Journalisten tun, die von einer Beschränkung der Berichterstattung betroffen sind? Für das Podium habe ich zusammen mit meinen Mitstreitern vom BJV und vom Mediencampus folgende Diskutanten eingeladen:

  • Thomas Morawski, BJV, BR
  • Gemma Pörzgen-Hoffmann, Vorstand Reporter ohne Grenzen
  • Christiane Schlötzer, Süddeutsche Zeitung, Journalisten helfen Journalisten
  • Wolfram Eberhardt, Focus Redaktion Ausland, Naher Osten
  • Assaf Uni, Europa-Korrespondent von Haaretz
  • und ich selbst nehme ebenfalls an der Podiumsdiskussion teil.
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    Es moderiert Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner, Geschäftsführerin des MedienCampus Bayern e.V. Die Veranstaltung beginnt um 14.30 Uhr im Bayerischen Landtag / Maximilianeum, im dortigen Senats-Saal, in der Max-Planck-Straße 1. Rund 200 Personen haben sich bereits angemeldet. Anmelden kann man sich noch bis Ende April unter mail@tag-der-pressefreiheit.de.

    Aus für „Klinsi“ – Sportjournalistik Studierende beobachteten vorher die Lage an der Säbener Str.

    Vor 10 Tagen war ich mit meinem Journalistik-Kurs „Anwendungsfeld Print“ in der Säbener Str. beim öffentlichen Training des FC Bayern. Noch mit Klinsmann. Eigentlich passierte nicht viel, doch spannend waren die Kleinigkeiten, die sich durch genaues Beobachten erschlossen. Bayern TrainingDie meisten Übungsreportagen spiegelten anschließend sehr schön die angespannte Stimmung wider: „Die Atmosphäre im sonnigen Giesing wirkt geladen. Kein Spieler lacht, die Übungsleiter wirken angespannt, selbst die Fans sind stumm und distanziert. (…) Während Hans-Jörg Butt und Thomas Kraft durch die Lüfte fliegen, muss Michael Rensing abseits des Geschehens ein individuelles Trainingsprogramm verrichten“ (Matthias Faidt).