Sarko, Sego und der Wahlkampf im Netz

Heute abend, ARTE Themenabend: Einfluss des Internets auf die französischen Präsidentschaftswahlen. Auch im Netz unter http://www.arte.tv/de/geschichte-gesellschaft/Praesidentschaftswahlen-2007/Den-Film-sehen/1521680.html

Zunächst hatte ich bei dem Beitrag ein deja-vu: Auch in Frankreich gab es den gleichen Effekt wie schon in den USA: Umfragen der Institute stimmten nicht mehr überein mit den Prognosen im Internet bzw. in der Blogosphäre. Wäre es nach Internet-Aufmerksamkeit und -Zuspruch gegangen, wäre nämlich Bayrou im ersten Wahlgang mit 42% Sieger gewesen.

Hier einige der zentralen Aussagen des ersten Beitrags als Memo:
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Web 2.0 und Regierungskommunikation

Wie funktioniert Regierungskommunikation, unter Web 2.0 Bedingungen, während die klassischen Medien nicht mehr alle Teile
der Bevölkerung erreichen? Welche Zielgruppen sind besonders schwer zu erreichen? Diese Fragen will eine Diskussionsrunde auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland klären. Habe dort die Aufgabe, ein kleines Impulsreferat zu halten.

Jan Schmidt schreibt in seinem Beitrag über Social Software in Kommunen:

Das Abschlußkommunique der internationalen Konferenz „Advancing eGovernment“, die Ende Februar in Berlin stattfand, enthielt auch folgende Handlungsempfehlung an die öffentliche Verwaltung: “Prüfung neuer Wege zur Erleichterung des Dialogs mit Bürgern und Gruppen mithilfe der aufkommenden fortschrittlichen Instrumente (z.B. Web2.0)”. Verschiedene Kommunen haben dies bereits in die Tat umgesetzt und Social-Software-Anwendungen in ihre offiziellen Internetauftritte integriert, um die Aussendarstellung und den Dialog mit interessierten Bürgern zu unterstützen.

Internet Dorf

Das läßt sich sicher auch auf Landes- und Bundesebene übertragen. Wobei gertennt werden sollte zwischen Verwaltung einerseits und gewählten Regierungsvertretern andererseits, die auch nicht immer am gleichen Strang ziehen. Den bei Jan Schmidt zitierten baden-württembergischen Wettbewerb „Internet-Dorf“ habe ich übrigens 2004 hier analysiert.

Auf dem Podium kann morgen Hans Hermann-Langguth von der Agentur „Zum Goldenen Hirschen“ leider nicht dabei sein, aber Gabriele Hermani (Bundesinnenministerium), Thomas Braune (Brandenburg), Theo Struhkamp (Sachsen-Anhalt) und Dieter Wonka von der Leipziger Volkszeitung sind mit von der Partie.

Schweizerisch-Italienische Blog-Studie

Das European Journalism Observatory an der Università della Svizzera italiana in Lugano hat eine Studie über Weblogs veröffentlicht. lugano.jpg Leider gibt es bei Google noch keine Italienisch – Deutsch Übersetzungsfkt., deshalb habe ich es erst mal über Italienisch – Englisch versucht. Das Engl. ist zwar gruselig, aber ich verstehe einigermaßen, was Sache ist.
Das vollständige PDF kann hier abgerufen werden .

Leipziger Medienpreis 2007

Der mit insgesamt 30 000 Euro dotierte „Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien“ der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig geht 2007 zu gleichen Teilen an den iranischen Journalisten Akbar Ganji, den bulgarischen Fernseh-Reporter Vasil Ivanov und den Chefredakteur des deutschen Magazins „CICERO“, Dr. Wolfram Weimer. Die Preisverleihung findet am 08. Oktober in Leipzig statt.

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Die Preisträger der Vorjahre waren 2006: Alina Anghel, Dr. Volker Lilienthal, Fabrizio Gatti; 2005: Seymour M. Hersh, Anna Politkowskaja, Hans-Martin Tillack, Britta Petersen; 2004: James Nachtwey, „Journalisten helfen Journalisten e.V.“, „La Voz de Galicia“; 2003: Gideon Levy, Daoud Kuttab, Wladimir Mostowoj, „Netzwerk Recherche e.V.“; 2002: Grigorij Pasko, Jolana Voldánová, Simone Wendler; 2001: David Protess, Thomas Mayer, Renate Flottau.

Typologien: Weblog Studie von result und SWR

Das Forschungsinstitut result und die Medienforschung des SWR haben jetzt eine neue Weblogstudie veröffentlicht. Kern ist die Beschreibung der Weblognutzer mittels einer Typologie, die später auch in einen größeren Zusammenhang (ARD/ZDF-Online-Studie) eingebracht werden kann. Schön ist das aktiv-passiv-Schaubild, das ich in ähnlicher Art und Weise schon bei meinen Journalisten-Studien bestätigt gesehen habe.

Uni Leipzig Abriss und Umbau

Wo vor kurzem noch gelernt, gelehrt und verwaltet wurde, arbeiten jetzt die Bagger. Am Augustusplatz, mitten im Zentrum von Leipzig, wird derzeit das Hauptgebäude der früheren Karl-Marx-Universität abgerissen. Ein großes und eher monströses Marx Relief im sozialistischen Stil wurde schon vor einiger Zeit abmontiert und weggeschafft (ich glaube in irgendeinen Park). Bis zum Jubiläum 2009 soll ein neues Haus mit Aula entstehen. Entwürfe kann man hier sehen. Die Frage ist, ob das Ganze noch rechtzeitig fertig wird.

Wer mal die alte Uni nach dem zweiten Weltkrieg in einem Hollywoodfilm sehen will, sollte sich den Streifen „Der zerrissene Vorhang“ ansehen: Regie Alfred Hitchcock, mit Paul Newman. Der Film von 1966 gilt aber als eher schlechtes Werk des Altmeisters.

uni abriss leipzig

GOR 2007 Diskussionspanel 2

Die diesjährige GOR war mit 420 Besuchern die bislang besucherstärkste. Gut besucht war auch das Diskussionspanel 2, das ich zusammengezimmert hatte, Thema: Ende des Nachrichtenjournalismus? mit [von links nach rechts] P.M. Gehrig (Chef AP Dtl., Frankfurt/Main), M. Schindler (Wikimedia-Team, Wikinews, Frankfurt a.M.), M. Echterhoff (MDR, Leipzig), Prof. Dr. M. Haller (Universität Leipzig, Journalistik, Diskussionsleitung), M. Müller von Blumencron (Chef Spiegel Online, Hamburg) und Prof. Dr. G. Heyer (Universität Leipzig, Informatik).

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Konsens der Runde war die Feststellung, dass Nachrichtenjournalismus natürlich Zukunft hat. Gerade die Anbieter von Nachrichten, hier vertreten durch die Agentur AP, sehen überhaupt keinen Grund, warum sie ihr Geschäftsmodell ändern sollen. Professionelle journalistische Leistung wird nach wie nachgefragt und bildet die Grundlage von Massenmedien. Gleichzeitig wurde anerkannt, dass mit Web 2.0 und neuen partizipativen Formen der Mediennutzung die klassische Form der Rezeption (Berieselung) in Frage gestellt wird. SPON experimentiert fortwährend mit neuen Formen und Formaten, die auch dem Nutzer mehr Freiheiten einräumen.