„Das neue Profil des Menschen“

Heute in der SZ (Nr. 126, S.14/15): Doppelseite im Feuilleton zum Social Web, Datenschutz und der Informationsgewinnung im Internet. Insgesamt recht ausgewogen, v.a. die Artikel von Dirk von Gehlen und Johannes Boie. Letzterer erkennt an, dass das Internet v.a. auch Fortschritt bedeutet. Lesenswert auch der Artikel von Bernd Graf über neue Dataminingverfahren.

Während die alten deduktiven Verfahren Profiling-Methoden immer nur so schlau waren wie die Hypothesen, die ihnen zugrunde gelegt waren (‚Lass uns nach Wurstessern mit karierten Mützen suchen!‘), überlassen die neuen, induktiven Verfahren des Data-Minings die einlaufenden Datensätze völlig den Computern. Sollen die doch erst mal machen! Sollen die doch möglichst große Zahlen durchkämmen und anschließend ausspucken, was sie so gefunden haben, sprich: welche Muster sie in den Sätzen erkannt haben!“


Dann zitiert er Chris Anderson von Wired, dass sich damit u.a. Soziologie erledigt habe, weil ungeheure Mengen Daten und angewandte Mathematik jede menschliche Hypothesenbildung und jede Theorie menschlichen Verhaltens überflüssig machten. Radikaler Gedanke, aber leider falsch. Zwar können jetzt vermehrt Verhaltensspuren beobachtet und Zusammenhänge ausgewertet werden. Die richtigen Fragen zu stellen, die passenden Untersuchungseinheiten festzulegen und anschließend die Interpretation zu leisten wird sich zunächst nicht durch Rechenpower ersetzen lassen. Außerdem sind die Präferenzforschung und andere Felder nach wie vor aktuell. Zahlreiche Handlungen lassen sich nämlich noch nicht im Internet beobachten. Die Sozialwissenschaften können sich aber das Netz für die Datenerhebung zunutze machen. Interessant ist möglicherweise auch eine Verknüpfung von Datamining und Befragung.

Übrigens: Ich habe kein Facebook-Profil und werde auch keines anlegen. Zwar bin ich auf Xing zu finden, aber eigebntlich mag ich keine geschlossenen Dienste. Twitter ja!, Facebook, nein!

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