DGOF Logo 2.0

Die DGOF hat ihr Logo vereinfacht und erneuert: Es erinnert jetzt an einen Button (Online-Umfrage) und auch die Punkte im Buchstabenkürzel sind weggefallen. Gemacht hat es die Kölner Design-Agentur enorm. Auf nach Hamburg!

DGOF Logo neu

Rosenkrieg

Jay Rosen, New Yorker Journalistikprofessor, fetzt sich öffentlich mit seinem Kollegen (Ja, so etwas soll’s geben ;-), dem Pulitzer-Preisträger und Journalistikdozent an der Elon University in North Carolina, Michael Skube. Die Einzelheiten der Kontroverse sind bei der LA Times nachzulesen), sind allerdings für mich nicht so spannend. Umso mehr aber die Liste, die Rosen zusammengestellt hat, um zu zeigen, welche Leistungen Blogs in den vergangenen Jahren erbracht haben. Es ist eine Mischung aus Kriegs-, Innenpolitik und Wirtschaftsthemen, mit teilweise direkten Wirkungen wie Rücktritten oder juristischen Klagen.

Nach Datum sortiert und etwas gekürzt, sieht das dann so aus:
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Von der Gebührenanstalt zur Sprachpolizei?

Die FAZ hat heute gar im Kulturteil darüber berichtet …

Die Berliner Plattform akademie.de ist von GEZ-Anwälten abgemahnt worden.

akademie.de soll sich dazu verpflichten, „nicht existente“ bzw. „falsche“ Begriffe wie „GEZ-Gebühren“, „PC-Gebühr“, „Gebührenfahnder“, „GEZ-Anmeldung“ oder „GEZ-Abmeldung“ nie wieder zu verwenden. Das Verbot wird damit begründet, die Nutzung der Begriffe diene nur dazu, „ein negatives Image der GEZ hervorzurufen“.

Eine Liste der „falschen“ und der „richtigen Begriffe“ hat akademie veröffentlicht:
„Von der Gebührenanstalt zur Sprachpolizei?“ weiterlesen

Mother Jones on Web 2.0

MoJo, ein US-amerikanisches, linksaufklärerisches Journalismus-Magazin, das in den 70er Jahren gegründet wurde, hat in der aktuellen Ausgabe ein dickes Paket zu Web 2.0 und Blogs geschnürt. Unter dem Titel Politics 2.0: Open-Source Politics gibt es einen Überblick, wie sich das politische Amerika und seine Protagonisten für den Präsidentschaftswahlkampf rüsten. Mit einem kritischen Unterton „Are we entering a new era of digital democracy—or just being conned by a bunch of smooth-talking geeks?“ werden die Auswirkungen neuer Medien auf politische Diskussion und Kampagnen illustriert.

Zu Blogs gibt es ein eigenes Kapitel: „After crashing the gate of the political establishment, bloggers are looking more like the next gatekeepers.“ Dazu gibt es Interviews mit zahlreichen Stars des Digitalen Zeitalters wie Esther Dyson, die als „Digital Philosopher and Digerati“ apostrophiert wird.

Eine Reaktion auf die MoJo-Nummer kam bereits von Jay Rosen, Journalistik-Professor und prominenter Macher des Blogs PressThink:

The package begins with a page that is made up like a Wikipedia entry for Open Source Politics. (Of course no one can edit it, except Mother Jones.) This was meant to ease you into the bouncy, crap-detecting spirit of the section and get you to read it, while having a little fun with the form.

Rosen lässt leider kaum ein gutes Haar an der Ausgabe und Art, wie sie gemacht wurde.

The ‘it’ll change everything,’ ‘it’ll change nothing’ tension that runs throughout the package.” And that is how the package is framed. My question was: why? Through several emails and a phone interview, I failed in getting an answer.

Bei einer genauen Analyse liesen sich auch Parallelen zum neuen Spiegel-Special ziehen.

Der Spiegel beschreibt meine Woche

Cover Spiegel Special 3/2007
Heute morgen blättere ich das neue Spiegel Special auf – und ich lese eine perfekte Inhaltsangabe meiner eigenen Woche. Auf S. 20/21 heißt es im Artikel <<"Verpiss dich du Schlampe": Pöbeleien, Lügen, Morddrohungen - der Ton in Internet-Journalen ist rau.>>

„Doch aus dem Versuch, ein paar Fakten richtig zu stellen, wird in Blogs manchmal ganz schnell ein Krieg. […] Wie zwei Blogger sich ineinander verbeißen, zeigt beispielhaft die Fehde zwischen dem Medienjournalisten Peter Turi und dem Buch- und Blog-Autor Rainer Meyer alias Don Alphonso. Sie fallen seit Jahren immer wieder einmal verbal übereinander her […] Die Angst, von Anwälten für die eigenen Blog-Einträge oder Leserkommentare belangt zu werden, wächst unter deutschen Bloggern. Im März hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Betreiber von Internet-Foren für Beleidigungen durch Dritte haften […] So lange einige Blogger die Regeln des guten Benehmens missachten, werden manche Konflikte so eskalieren.“

Insofern war das, was wir in unserem Grundseminar „Journalismus und Web 2.0“ gerade erlebt haben, durchaus doch lebensechter Anschauungsunterricht. Ohne das gut zu heißen.

Insgesamt ist das Special ein spannendes Heft. Nur eine Frage bleib nach der Lektüre für mich noch offen: Was ist eigentlich der „Methusalem-Effekt“? 🙂

FAZ schöpft aus Internet-Quellen

Nach meiner (bis jetzt noch nicht systematisch empirisch gestützten, sondern nur vereinzelt gemachten) Beobachtung nehmen die Quellennennungen in Bezug auf das Internet bei der eher konservativ orientierten FAZ zu; ich bilde mir ein, das auf der ersten Seite beobachten zu können. Gestern (26. Juni) war wieder so ein Tag: In einem Kasten die erzählte Geschichte über ein angebliches Handy-Video über eine angebliche iranische Steinigung einer jungen Frau. Die FAZ weist nun nach, dass der Film eigentlich zu einem anderen Ereignis passt, nämlich zu einer Tötung im Irak. Quelle des Nachweises sind CNN-Aufnahmen von diesem grausigen Ereignis – nachzuschauen auf YouTube. Der Artikel, der das Videoportal als Quelle nennt, geht auf Seite 2 noch ein Stückchen weiter.
FAZ
Ebenfalls auf S. 1 der gleichen Ausgabe: Ein Aufmacher über die Internetnutzung in Deutschland. Der neue Internet Atlas von TNS. In diesem Artikel ist das Internet dann aber nicht mehr Quelle sondern lediglich Gegenstand./

Kontrastprogramm: Thomas Gigold zu Gast im Seminar

Gelungen und erhellend war die Sitzung letzten Montag, bei der Thomas Gigold von medienrauschen zu Gast war. Seinen Auftritt empfand ich als sehr kompetent und höflich. Schwerpunktthema war die Finanzierung von Blogs und neue Möglichkeiten: von Event-Blogs über Adical bis hin zu Trigami. Hier eine kurze Zusammenfassung von TG’s Aussagen als Memo:

„Blogs können Themen bedienen, die von traditionellen Medien nicht abgedeckt werden. Blogs sind eine Erweiterung des Journalimus und nicht dessen Verdrängung. Blogs können die Interaktion mit dem Leser trainieren. Das geht nicht mehr im Journalismus: Die Nase hoch. Blogs leben davon, dass Sie meinungsfreudig sind. Unterhaltungswert von Blogs steht über dem in normalen journalistischen Produkten. Normaler nachrichtenjournalismus wird hoffentlich auch in Zukunft neutral bleiben. In Tageszeitungen wird erzählender Journalimus in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Die Frage ist nicht ob Blogger sich finanzieren können, sondern wie sie es tun.“