A-Blogger-Manifest: Wahlempfehlung für die Piraten?

Warum wird das A-Blogger-Manifest gerade jetzt veröffentlicht? Weil in 14 Tagen Bundestagswahl ist. Es muss also im Zusammenhang mit den politischen Kontroversen um das Internet gelesen werden: Vorratsdatenspeicherung, Internetsperren, Urheberrecht etc. Und da trifft das Papier m.E. „ins Schwarze“. Darüber hinaus gibt es aber noch einige eher seltsame Punkte zu Journalismus und Öffentlichkeit. Da lesen wir: „6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus. Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen. Dazu gehört die Darstellung der Information als sich ständig verändernder fortlaufender Prozess.“ Klingt kryptisch. 6. Wäre richtig, wenn bspw. damit die Online-Recherche gemeint ist, die ein großes Potential darstellt, die aber beherrscht werden muss. Hier ist aber wie so oft auch bei Journalismus-Forschern lediglich die publizistische Seite angesprochen.

Oder: „10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit. Artikel 5 des Grundgesetzes konstituiert kein Schutzrecht für Berufsstände oder technisch tradierte Geschäftsmodelle. Das Internet hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf.“ Das ist höchstens formal und äußerlich der Fall. Der Amateur bleibt eben uch im Internet Amateur. Der Profi ist auch im Internet gut. das führen ja Niggemeier & Co. selbst vor. Richtig ist aber, dass Art.5 selbstverständlich auch für Blogs gelten muss.

„2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche. (…) Das Selbstverständnis des Journalismus wird seiner Schlüssellochfunktion beraubt – zum Glück. Es bleibt nur die journalistische Qualität, die Journalismus von bloßer Veröffentlichung unterscheidet.“: Kryptisch. Diese journalistische Qualität muss aber gebracht werden und ist in vielen Bereichen des Netzes leider nicht vorhanden.

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