Tragische Ereignisse wie der Amoklauf von Winnenden sind leider immer auch Medienereignisse. Wie Öffentlichkeit jetzt hergestellt wird, reflektieren heute unabhängig voneinander FAZ.de und Stern.de: Im Artikel „Winnenden im Fernsehen: So was ist hier noch nie passiert“ zeigt Autor Jörg Thomann zunächst wie die öffentlich-rechtliche ARD reagiert hat: Zunächst gar nicht, am Vormittag wurde – seelenruhig – ein Skirennen gezeigt. Professionelle Live-Berichterstattung dagegen von CNN. Beeindruckend aber auch das Web 2.0: In „Amoklauf von Winnenden: Das Internet verplappert sich“ führt Autor Gerd Blank das Echtzeit-Posting durch Twitter, Wikipedia und Flickr vor. Auch diese stellen Öffentlichkeit her, aber ganz anders: Twitter kann nur eine „fiebrige“ Vorstufe für eine saubere journalistische Berichterstattung sein, ein komplementäres Element, eine zu prüfende Quelle, niemals aber die Berichterstattung selbst.
