DGPuK Methodentagung Uni Mainz

…zum Thema Online-Forschung. Bin heute spontan hingefahren, weil ich noch ein wenig Zeit hatte und das Programm vielversprechend war. Und in der Tat: viele tolle Beiträge. Die Keynote von Thomas Petersen (Allensbach und Mitverfasser von “Alle, nicht jeder”) war allerdings sehr pointiert. Er zeichnete ein düsteres Bild, was die Online-Forschung in der Sozialforschung angeht. Wir sähen eine Epochenwende: dgpuk-meth2.JPG Nicht mehr das methodisch saubere Arbeiten, sondern wirtschaftliche Interessen würden die Forschung bestimmen. Mangelnde Stichprobenqualität gingen einher mit fehlender Repräsentativität. Petersen geißelte v.a. Online-Panels. Er konstatierte eine “Verdrängung der Repräsentativumfrage”. “Der Sozialforschung wird der Boden entzogen”. Immerhin: Online-Befragungen böten mehr Spielraum für Fragebogengestaltung, die allerdings nicht genützt würde. Ich habe in der Diskussion eingewendet, dass die Methodenentwicklung auch bei Online-Panels sicher nicht am Ende angelangt ist, außerdem erodierten die anderen Modi in der Stichprobenqualität teilweise ebenfalls wie bei CATI.

Weiteres kontroverses Thema in Mainz: Normierung der Forschung. Petersen und einige Tagungsteilnehmer sprachen sich gegen normierte Skalen aus, andere wiederum können es “gar nicht erwarten, bis das Skalenhandbuch von Patrick Rössler erscheint”. Spannend der Vortrag von Michael Scharkow zum Crowdsourcing für Codierleistungen bei Inhaltsanalysen. Codierer und Codierung werden über das Netz gemanaged. Das Bild zeigt Frau Prof. Theobald (FH Pforzheim) bei der Präsentation ihres Webmonitors (zusammen mit Ifak) im Track “Online-Inhalte”.

Die (neuen) Leiden der jungen Algorithmen

Sie sind mal wieder in der Diskussion. Diesmal nicht bei Google, sondern bei Burdas neuem Produkt nachrichten.de. Der Spiegel hat sich bereits ausgelassen, genau wie Turi2. Ich habe mal vor einiger Zeit einen Artikel über Leistung und Potential von Google News’ Algorithmen in message geschrieben. Trotz aller Unzulänglichkeiten spannend.

Nieman Reports: Journalism and Social Media

Die Nieman Foundation for Journalism at Harvard hat hier ein Dossier über das obige Thema veröffentlicht. Weniger harte, empirische Wissenschaft als eine ganz anregende Zusammenfassung aktueller Trends. “In this issue they describe changes in how they work and what they produce, explore emerging ethical issues, and propose principles of active engagement. In Words & Reflections, essays touch on foreign news reporting, Afghanistan, netroots, objectivity, journalists’ political leanings, and Cold War spies.” Auch Warnhinweise fehlen nicht, durchaus kritisch. Gefunden über das lesenswerte “medialdigital” auf
http://medialdigital.de/2009/09/20/linktipps-zum-wochenstart-26/

Einladung zur Ringvorlesung “Print- und Onlinekommunikation” an die Uni Tübingen

Von Bernhard Pörksen bin ich dieser Tage zu einer Ringvorlesung an die Universität Tübingen eingeladen worden. Er hat seit kurzem die Prof. für Print/Online inne. Habe mich über die Einladung gefreut und zugesagt. Der Termin wird im Spätherbst, vermutlich Anf. Dez. sein. Ich werde über “Neue Quellen” sprechen.

FoJ in Cardiff

Bei der Future-of-Journalism Konferenz saß ich vor allem in den Panels Sources und Ethics. Dort zahlreiche spannende Vorträge, die meisten mit empirischem Material. Mein eigener Vortrag (Download hier) wurde freundlich und interessiert aufgenommen. Bute Cardiff

Besonders gut hat mir das Paper von Sallyanne Duncan aus Schottland gefallen: Digital doorstepping and the death knock: ethical issues surrounding the use of social networking sites in reporting personal tragedy. Death knock: das heißt hierzulande Witwenschütteln. Untersucht wurde, ob Social Networks dazu beitragen, das klassische, offline praktizierte Witwenschütteln zu vermindern. Ergebnis: Nein, Angebote wie Facebook werden eher ergänzend genutzt, um Bekannte und Verwandte der Opfer abzugreifen. Das müsste man mal in Deutschland replizieren. Auch der Vortrag von Klaus Meier: Transparency in journalism: credibility and trustworthiness in the digital future hat mir gut gefallen, am Rande der Konferenz hatten wir zudem ein freundliches und anregendes Gespräch über das Sampling von Studien. Wunderbar auch das Wetter in Cardiff (Teilnehmer vor dem Bute Buildung, siehe Bild). Die Uni Cardiff ist auf einem schönen Campus untergebracht.

A-Blogger-Manifest: Wahlempfehlung für die Piraten?

Warum wird das A-Blogger-Manifest gerade jetzt veröffentlicht? Weil in 14 Tagen Bundestagswahl ist. Es muss also im Zusammenhang mit den politischen Kontroversen um das Internet gelesen werden: Vorratsdatenspeicherung, Internetsperren, Urheberrecht etc. Und da trifft das Papier m.E. “ins Schwarze”. Darüber hinaus gibt es aber noch einige eher seltsame Punkte zu Journalismus und Öffentlichkeit. Da lesen wir: Weiterlesen

Pforzheim: GOR 10 nimmt Konturen an – Call noch im Sept.

Dieser Tage habe ich auf freundliche Einladung der Pforzheimer Kolleginnen Prof. Dr. Theobald und Prof. Dr. Wehner zusammen mit Olaf Wenzel und Melanie Rischke die Hochschule Pforzheim besucht. Blick Pforzheim klein Pforzheim hat 100.000 Einwohner, liegt verkehrsgünstig in der Mitte zw. Karlsruhe und Stuttgart und ist ein echtes Schmuckstück. pforzheim1-klein.JPG pforzheim3-klein.JPG Die HS hat breite Flächen für die Ausstellung und schöne Säle für die Sessions. Auch die kommende Party-Location lässt Großes erwarten!

Der Call zur GOR 10 ist übrigens so gut wie fertig und wird Mitte Sept. veröffentlicht. Wir haben diesmal mit 3 Tracks etwas mehr Übersichtlichkeit im Programm.

DGOF Best Research Thesis Award 2010 – Call will be spread soon

The German Society for Online Research (Deutsche Gesellschaft für Onlineforschung, DGOF) announces its Best Research Thesis Award for the year 2010. The prize has a value of 3.000 Euros. It will be given to students who have finished a thesis (Bachelor/Master/Ph.D.) in 2008 or 2009. The call will be distributed soon – I will also post it in this blog.