Trauer um Ralf Dahrendorf

Ein beeindruckender Intellektueller. Ich habe ihn persönlich am Rande der Leipziger Buchmesse 2006 kennengelernt. Er führte mit Julian Nida-Rümelin eine Diskussion über den deutschen Sozialstaat. Nida-Rümelin brachte brillante Argumente vor, aber Dahrendorf war noch ein Stück überzeugender. Ich lies mir dann sein damals neues Buch „Versuchungen der Unfreiheit“ handsignieren, was er nur widerwillig tat, vermutlich weil ihm alles, was nur halbwegs nach Verehrung aussah, nicht schmeckte. Das Buch beinhaltet übrigens eine gute Idee: Anhand ähnlicher Biografien europäischer Intellektueller aufzeigen, warum diese allen Versuchen des Totalitarismus – von rechts oder links – widerstanden haben und dadurch Konstanten für die Unterstützung von Freiheit herausarbeiten.