Zum internat. “Tag der Pressefreiheit”

am kommenden Sonntag, 3. Mai, diskutiert die mhmk/München mit Unterstützung unserer Projektpartner BJV und Mediencampus Bayern wie es im Nahen Osten um die Pressefreiheit bestellt ist. Können sich Journalisten auf dieses demokratische Grundrecht berufen, in einer Region, die für den Frieden in der Welt extrem wichtig ist? Wie sieht der journalistische Alltag im Nahen Osten eigentlich aus, und was sollen Journalisten tun, die von einer Beschränkung der Berichterstattung betroffen sind? Für das Podium habe ich zusammen mit meinen Mitstreitern vom BJV und vom Mediencampus folgende Diskutanten eingeladen:

  • Thomas Morawski, BJV, BR
  • Gemma Pörzgen-Hoffmann, Vorstand Reporter ohne Grenzen
  • Christiane Schlötzer, Süddeutsche Zeitung, Journalisten helfen Journalisten
  • Wolfram Eberhardt, Focus Redaktion Ausland, Naher Osten
  • Assaf Uni, Europa-Korrespondent von Haaretz
  • und ich selbst nehme ebenfalls an der Podiumsdiskussion teil.
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    Es moderiert Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner, Geschäftsführerin des MedienCampus Bayern e.V. Die Veranstaltung beginnt um 14.30 Uhr im Bayerischen Landtag / Maximilianeum, im dortigen Senats-Saal, in der Max-Planck-Straße 1. Rund 200 Personen haben sich bereits angemeldet. Anmelden kann man sich noch bis Ende April unter mail@tag-der-pressefreiheit.de.

    Aus für “Klinsi” – Sportjournalistik Studierende beobachteten vorher die Lage an der Säbener Str.

    Vor 10 Tagen war ich mit meinem Journalistik-Kurs “Anwendungsfeld Print” in der Säbener Str. beim öffentlichen Training des FC Bayern. Noch mit Klinsmann. Eigentlich passierte nicht viel, doch spannend waren die Kleinigkeiten, die sich durch genaues Beobachten erschlossen. Bayern TrainingDie meisten Übungsreportagen spiegelten anschließend sehr schön die angespannte Stimmung wider: “Die Atmosphäre im sonnigen Giesing wirkt geladen. Kein Spieler lacht, die Übungsleiter wirken angespannt, selbst die Fans sind stumm und distanziert. (…) Während Hans-Jörg Butt und Thomas Kraft durch die Lüfte fliegen, muss Michael Rensing abseits des Geschehens ein individuelles Trainingsprogramm verrichten” (Matthias Faidt).

    GOR Fazit

    Mit rund 400 Besuchern haben wir auch unter wirtschaftl. schlechteren Bedingungen unseren Standard erreicht. In Wien fanden sich zahlreiche Methodenbeiträge, die den Qualitätsvergleich von probabilistischen vs. Panel-Stichproben zum Gegenstand hatten. Das war vielleicht sogar der Trend auf der GOR 09: Das kritische Vergleichen von klassischen und online-bezogenen Stichprobenverfahren. Krosnick war bspw. sehr Panel-kritisch. Team GOR 09 2. Trend: textbezogene Verfahren wie Tag Clouds und textstatistische Verfahren. Leider konnte ich an mancher interessanten Session nicht teilnehmen, weil ich mich selbst oft als Chair eingeteilt hatte. Das Programm war dicht, stellenweise evt. etwas zu dicht, aber alle Sessions waren ordentlich besucht. Bei der Postersession konnten wir einen dritten Preis für eine Arbeit aus den Niederlanden vergeben, Unipark hatte sich spontan zu einem Sonder-Sponsoring bereit erklärt. Hervorragend war m.E. der Vortrag unserer Best Research Paper Gewinnerin Roselyn Lee. Gemessen an der Atmosphäre war die GOR in Wien eine ganz wunderbare Veranstaltung, dazu haben u.a. das schöne Wetter, der ehrwürdige Campus, v.a. aber die freundliche und kompetente örtliche Orga beigetragen. Auf dem Abschlussphoto zeigt sich das große Team der Helfer.

    Studie: Baukasten

    Klaus Meier hat eine Bastelanleitung zu unserer Studie verfasst, allerdings scheinen ihm ein paar Instruktionen durcheinander geraten zu sein. Deshalb hier der tatsächliche Baukasten:

  • 1. Man suche in der Tat einen griffigen Titel, eine passende Überschrift, was Wissenschaftlern nicht immer gelingt.
  • 2. Man stelle sich die Frage, warum Journalisten in Umfragen immer beim Ansehen ganz hinten landen. Man frage sich ferner, wie bestimmte Fragen berufssoziologischer Studien auf die Bevölkerung gespiegelt werden können. Man konstruiere einen sauberen Fragebogen und zwar in mehrmonatiger Arbeit, beziehe in einem Methodenseminar Studierende ein, teste das Ganze mit mehreren Durchläufen und erstelle dann daraus einen professionellen Online-Fragebogen.
  • 3. Man nehme ein professionell geführtes Online-Panel eines internationalen Forschungsinstituts, das große Dax-Unternehmen zu seinen Kunden zählt, mit 80.000 registrierten Teilnehmern. Dann ziehe man eine an den Quoten des Mikrozensus orientierte bevölkerungsrepräsentative Zufallsstichprobe (14 bis 65 Jahre) von 5.947 Personen. Man definiere zusätzlich am MA-Rahmenschema orientierte Quoten, die sich an der Nutzerschaft bestimmter bundesdeutscher Leitmedien orientieren. Dann verschicke man die Einladungen und generiere 3.426 Teilnehmer. Dann screene man aufgrund der definierten Quoten 2.409 Teilnehmer aus. Die übrigen 1.017 Teilnehmer beenden den Fragebogen (angenommene Ausschöpfung 58%), der anschließend auszuwerten ist. Man erstelle einen 200-seitigen Ergebnisband auf Excel-Basis.
  • 4. Man kommuniziere für die Öffentlichkeit interessante Ergebnisse in der Presse, tiefergehend auch in der Fachpresse und ggf. noch spezieller und damit nur noch einem kleinen Kreis von Fachleuten zugänglich in wiss. Zeitschriften.
  • 5. Man stoße dabei auf interessante Widersprüche und generiere evt. damit auch neue Theorieverbindungen wie bei den unterschiedlichen Ost-West Einschätzungen.
  • 6. Man freue sich über valide Ergebnisse der Online-Forschung, deren methodische Erfolgsliste stetig länger wird (siehe zuletzt Hessenwahl 2009).
  • Nachtrag, Zusammenfassung: Insgesamt wurden rund tausend Personen (n=983) aus der deutschen Bevölkerung online befragt. Das YouGov Panel Deutschland (Online Access Panel) umfasst derzeit etwa 80.000 Mitglieder. Aus dieser Grundgesamtheit wurden die Teilnehmer zunächst per Zufallsauswahl zu der Befragung eingeladen und dann nach den Strukturen der deutschen Bevölkerung in Anlehnung an den Mikrozensus für die Altersgruppen 16 bis 65 Jahre quotiert (Teilnehmer, die nicht in die Quoten passen, werden ausgescreent). Zusätzlich zu den demographischen Quoten wurden in Anlehnung an die MA-Reichweiten der AG.MA (Arbeitsgemeinschaft Leseranalyse) Quoten für bestimmte Lesergruppen definiert. Diese Befragung basiert somit nicht auf einer Zufalls-, sondern auf einer Quotenstichprobe. Dennoch können die Befunde als „bevölkerungsrepräsentativ“ bezeichnet werden.

    Breites Echo auf unsere Journalismus-Studie

    Auf die Studie, die wir “Journalismus 2009″ getauft haben, hat es in den Medien ein recht breites Echo gegeben. Die Befragung zeichnet ja ein Bild von Journalisten und Journalismus aus Sicht der bundesdeutschen Bevölkerung. Meines Wissens gab es eine solche repräsent. Studie bislang noch nicht in Deutschland. Aus meiner Sicht bemerkenswert ist, dass einerseits Journalisten mehrheitlich als beeinflussbar eingeschätzt werden, andererseits aber mit breiter Mehrheit gesagt wird, es werde gut und sauber recherchiert. Das ist ein Gegensatz: Denn wenn gut recherchiert würde, wäre der Einfluss von Politik und Wirtschaft sicher geringer. Vermutlich wird also nicht so ganz verstanden, was Recherche eigentlich bedeutet.
    Insgesamt gibt es eine Fülle interessanter Details der Befragung zu einzelnen Items. Wir werden den Tabellenband noch genauer auswerten, u.a. auf die Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Einschätzungen, die einer näherer Betrachtung und Ursachenforschung bedürfen. Demnächst mehr!